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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 08:32 Uhr

Läufer trotzen dem Wetterchaos

vom

Spitzen- und Breitensportler machten sich beim 14. Itzehoer Störlauf auf die verschiedenen Strecken

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Itzehoe | Welch ein Wetterchaos beim 14. Itzehoer Störlauf: Doch wer geglaubt hatte, der viele Regen während der Wettbewerbe oder der Schlamm im Cirencesterpark könnten den Aktiven oder den Zuschauern zusetzen, der hatte die Rechnung ohne die innere Einstellung der Protagonisten gemacht.

Von dem, was am Veranstaltungstag sein würde, bekamen die Organisatoren schon bei der Anmeldung zum Kinderlauf einen positiven Vorgeschmack: "An der Meldestelle hatten wir starken Andrang. Mit 200 Teilnehmern hatten wir bei dem Wetter gar nicht gerechnet", freute sich Tina Bürger über die Motivation der Jüngsten. Und wo man auch hinblickte - überall strahlende Gesichter, die sich nach den Anstrengungen die Medaillen dankend umhängen ließen.

Zum Beispiel beim so genannten Handicap-Lauf, der von dem Verein "Kopf hoch" mitorganisiert war und gut 20 Teilnehmer zu Fuß oder im Rolli an den Start brachte. Unter ihnen war auch der zehnjährige Lennart Godow, der mit seinen Eltern extra aus Hannover angereist war. Morgens war der junge Rolli-Fahrer noch ganz traurig, als fraglich war, ob die Reise wegen des schlechten Wetters angetreten werden kann. Doch als Lennart dann Stunden später durchs Ziel rollte, waren alle Tränen schon getrocknet, und nur noch die Regentopfen perlten auf seiner Stirn. Extra geübt hätte ihr Sohn nicht, erklärte Mutter Britta Godow, eine ehemalige Itzehoerin: "Lennart kann das." Ihr sei nicht bekannt, dass es in Niedersachsen solch einen Handicap-Lauf gäbe: "Deshalb kommen wir auch hierher."

Stolz war auch der Onkel von Lennart, Kai Lottermoser (40), der sich spontan zum Mitmachen entschieden hatte. Eigentlich war er nur gekommen, um seinen Neffen vom Streckenrand aus anzufeuern. In ihm hat der Störlauf nach dem Handicap-Lauf einen weiteren Fan. Nächstes Jahr will sich Kai Lottermose rechtzeitiger anmelden. Und warum auch nicht? Schließlich halte Sport jung, stellte Mutter Antje Lottermoser heraus.

Zu den Finishern über fünf Kilometer gehörte auch Hans-Friedrich Tiemann. Der Kreispräsident hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel an einem Start. Schon wegen seiner Enkelkinder, von denen drei am Kinderlauf und zwei am Fünfer teilgenommen hätten, wollte er mit gutem Beispiel vorangehen. "Schlechtes Wetter" dürfe bei guter Vorbereitung für niemanden ein Problem sein.

So sah es auch die siebenjährige Alina Heesch von der Grundschule Edendorf. Das Mädchen hatte erstmals am fünf Kilometer Lauf teilgenommen, nachdem sie im Vorjahr beim Kinderlauf gestartet war. Die gute Vorbereitung innerhalb des Schulsports hätte dazu geführt, "dass ich die Strecke ohne Gehen geschafft habe".

Beste Stimmung auch bei Simone Grimm (39) und Sohn Aaron (8), die sich den fünf Kilometer langen Lauf gemeinsam gestalteten und dabei den siebenjährigen Mika Stammer in ihrem Schlepptau hatten. Nachdem sich alle drei gut auf die Herausforderung vorbereitet hatten, war es für sie auch keine Schwierigkeit, das eingeschlagene Tempo zu halten. Vom Anfang bis zum Ende? "Na, ja, bis auf die letzten Meter, die fielen schwer", gab Simone Grimm zu.

Unter denen, die als Walker am Störlauf teilnahmen, gehörten auch zehn Starterinnen vom DRK Kreisverband Steinburg. Weil das DRK am Störlauftag 150 Jahre alt geworden ist, hätten sie sich entschlossen, ihre Tracht über die Strecke zu tragen, erklärte Regina Boje das Outfit der Gruppe. Wer meinen sollte, die rüstigen Damen hätten lediglich in Geburtstagsstimmung gehandelt, der sieht sich aber getäuscht: "Als Gruppe sind wir schon zum fünften Mal beim Störlauf dabei." Geübt werde übrigens das ganze Jahr, und es bringe Spaß: "Sonst würden wir das auch nicht machen", hob Helga Gaetje (67) als ältestes Gruppenmitglied heraus.

Zu den ganz schnellen Walkerinnen zählte über fünf Kilometer Kathrin Klähn (LT Störlauf) als Gesamtdritte. Mit ihrer Zeit von 37:01 Minuten sei sie sehr zufrieden. Dass der Däne Michael Østergaard (34:19) und Gerhard Böthern (34:55) das Ziel vor ihr erreicht hätten, das störe sie nicht: "Die Männer trainieren ja auch mehr. Für mich ist es aber schön, so weit vorn zu liegen." Seriensieger Gerd Böthern musste diesmal Neuling Østergaard den Vortritt lassen und staunte im Ziel nicht schlecht, als der siegreiche Däne ihm und Kathrin Klähn einen Pokal überreichte. "In Dänemark sei es üblich, dass es beim Power-Walking Pokale gäbe, hat er mir erzählt", freute sich Böthern über diese nette Geste. Insgesamt waren 121 Konkurrenten am Start.

Über zehn Kilometer Walking war Carmen Bornholdt (1:12:01) schnellste Frau. Seit dem sechsten Störlauf walke sie, davor sei sie fünf Kilometer gelaufen. Walken bringe ihr sehr viel Spaß: "Ich kann nur zur Nachahmung aufrufen." Insgesamt waren 85 Teilnehmer auf der Strecke. Vor Carmen Bornholdt lagen nur noch (Thomas Bornholdt (1:06:06), Ingolf Voss (1:10:44) und Karl-Heinz Heinrichsen (1:11:37).

Das System der "Zug- und Bremsläufer", an dem insgesamt sieben erfahrene Ausdauerläufer beteiligt waren, habe sich nach Ansicht von Jürgen Dahlkämper bewährt: "Der Aufwand lohnt sich immer, weil wir viele Läufer ins Ziel bringen. Keiner läuft über seine eigenen Fähigkeiten. Damit verhindern wir Misserfolge." Er und die anderen Zug- und Bremsläufer gäben unerfahrenen Läufern eine Orientierung. "Viele laufen zu schnell los und übernehmen sich dabei. Das haben wir auch diesmal festgestellt. Wir haben viele von ihnen am Ende überholt."

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