Barsbüttel : Lässt sich die Sperrung in letzter Minute verhindern?

Vorschlag aus Barsbüttel: Der größte Teil des Baustellenbereichs (rot) könnte über über kleine parallele Straßen (grün) umfahren werden.
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Vorschlag aus Barsbüttel: Der größte Teil des Baustellenbereichs (rot) könnte über über kleine parallele Straßen (grün) umfahren werden.

„Straßen Bewegung Barsbüttel“ (SBB) will Sperrung der Barsbütteler Straße in Jenfeld verhindern

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22. Juli 2018, 15:04 Uhr

Die neu gegründete „Straßen Bewegung Barsbüttel“ (SBB) war zur Klage entschlossen, jetzt gibt es neue Hoffnung dass die Sperrung der Barsbütteler Straße in Jenfeld noch in letzter Minute verhindert werden kann. Liam Cronin, Vorsitzender des Seniorenbeirats Barsbüttel, ist Sprecher der SBB, in der sich Bürger und Gewerbetreibende organisiert haben, die bei einer monatelangen Sperrung in Richtung Barsbüttel existenzgefährdende Umsatzeinbußen befürchten.

Die Barsbütteler Straße, auf der täglich 19 000 Autos unterwegs sind, ist die einzige direkte Verbindung zwischen der 12 700 Einwohner-Gemeinde und der Hansestadt Hamburg. Für eine seit längerem geplante Sanierung soll sie vom 20. August bis Jahresende Einbahnstraße werden. Die Stormarner Gemeinde hatte sich von Anfang an dagegen ausgesprochen.

Vor allem die zunächst vorgestellte Umleitung von rund 20 Kilometern über Billstedt, Oststeinbek, Glinde und Neuschönningstedt brachte die Barsbütteler auf die Palme. Diese offizielle Route wurde gewählt, weil Umleitungen grundsätzlich für alle Kfz befahrbar sein müssen.

Dass Ortskundige sowie der Bus über die Autobahn A24 fahren würden, war aber ebenfalls klar. Dass Bau- und Verkehrssenator Frank Horch nach den heftigen Protesten auf der Bürgerversammlung als „Lösung“ die Nutzung der Autobahn als Umleitung vorlegte, war der entscheidende Tropfen für die Gründung der SBB. Denn in der Sache hat sich die Hansestadt keinen Millimeter bewegt. Das sei ein „Witz“, so Liam Cronin, und zeige, „dass in Hamburg nach wie vor kein Verständnis für die Situation vorliegt“. Ihm geht es nicht nur um die Strecke von acht Kilometern. „Dann ist man erst beim Möbelhaus und soll im Winter auf den Anschluss-Bus warten“, denkt er an Schulkinder oder Senioren, die von einem Arzt-Termin in Jenfeld zurück wollen.

Die Argumentation der Hamburger Baubehörde ist nachvollziehbar: Eine Ampelregelung mit wechselseitigem Verkehr auf dem 720 Meter langen Sanierungsabschnitt würde die Bauzeit verdoppeln. Das sei nicht gewollt. Zudem sei der Termin mit anderen Straßenbauprojekten in Schleswig-Holstein abgestimmt. Die Barsbütteler Initiative hat deshalb eine parallele Umleitungsstrecke auf Hamburger Gebiet vorgeschlagen. Sie soll vom Ratiborweg über ein Stück Gleiwitzer Bogen über eine kleine Parallelstraße zur Barsbütteler Straße zum Bruhnrögenredder führen. Von dort wären es nur noch 150 bis zum Ende der Baustelle, auf der eine Ampelregelung notwendig wäre.

Das war bei der Hansestadt bislang auf Ablehnung gestoßen. Seit Freitag gibt es aber neue Hoffnung. In einem Gespräch mit der SBB sagte der Staatsrat der Verkehrsbehörde zu, den Vorschlag zu prüfen. „Der Vorschlag wurde interessiert aufgenommen“, sagt der Barsbütteler Unternehmer Andre Peters, „eineinhalb Jahre wurde das nicht beachtet. Das ist jetzt anders.“ Die Barsbütteler haben auch gute Vorarbeit geleistet. Da bei der kleinen Anwohnerstraße die Parkstreifen mitbenutzt werden müssen, hatte sie bei den gegenüberliegenden Geschäften gefragt, ob die Autos dort parken können. „Alle machen mit“, sagt Peters.

Dass bei einer positiven Bewertung keine Klage mehr nötig wäre, ist der Barsbütteler Initiative ohnehin lieber. Allerdings steht aber auch Hamburger unter Zugzwang. Sollte ein Gericht dem Antrag folgen und einen vorläufigen Baustopp anordnen, wäre das fatal für das gesamte Projekt. „Das Zeitfenster ist eng“, sagt Andre Peters, „aber das gilt für beide Seiten.“

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