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Ahrensburg : Lärmschutzwände: Bahn sieht nur wenig Spielraum

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Umweltausschuss möchte einen FDP-Vorschlag prüfen, die Gleise in der Innenstadt gläsern zu überbauen. Die Bauausschussmitglieder lehnten das allerdings ab.

Die Deutsche Bahn AG meint es ernst: Die im Zuge der S  4 geplanten Lärmschutzwände entlang der Bahntrasse in der Ahrensburger Innenstadt werden sich wohl kaum vermeiden lassen. Drei Meter hohe Wände im Bereich Brauner Hirsch und dem Stadtteil Gartenholz, sechs Meter im Bereich der Innenstadt. An der Notwendigkeit solch großer Wände ließen S    4-Teilprojektleiter Nils Adam und Dr. Bernd Burandt von der Lairm Consult GmbH keine Zweifel.

Beide waren zur gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses mit dem Umweltausschuss gekommen. Auch rund 50 Bürger wollten im Peter-Rantzau-Haus hören, was die Experten zu sagen hatten. Und das war eindeutig: Das sei der Lärmschutz, wie es das Gesetz vorschreibe und damit unvermeidlich.

„Ich kann sie ja verstehen“, versuchte Nils Adam Verständnis für die Angst der Bürger vor einer geteilten Stadt aufzubringen, „aber sie müssen auch uns verstehen. Wir müssen uns an die Vorschriften halten.“ Allerdings ließ er auch durchblicken, dass die Bahn für alle realistischen Vorschläge offen sei.

In die Kritik gerieten schließlich die Vorschläge der Verwaltung, die sich Aufträge für mehrere Gutachten genehmigen lassen wollte. Das sei so „nicht akzeptabel“, sagte Jörg Hansen (Grüne). Auch die CDU wollte keinen Freibrief für Gutachterkosten ausstellen: „Wenn wir das so machen, müssten wir einen Nachtragshaushalt verabschieden.“ In einem Punkt waren sich beide Ausschüsse allerdings schnell einig: Die von Bürgermeister Michael Sarach ins Spiel gebrachte Machbarkeitsstudie über eine mögliche Tieferlegung des Gleisbettes soll nicht weiter verfolgt werden.

Zustimmung gab es für den Vorschlag, die Kosten für ein Ingenieurbüro zu ermitteln, das alternative Möglichkeiten anstelle der Lärmschutzwände aufzeigen solle. Das könnten niedrigere Wände oder Maßnahmen am Gleisbett sein. Für eine Untersuchung über die Auswirkungen der Lärmschutzwände auf den Handel in der südlichen Innenstadt sollen die Kosten ebenso untersucht werden wie für einen Fachanwalt, der die Stadt in Sachen Lärmschutz berät.

Für eine kleine Überraschung sorgte ein Vorschlag der FDP: Im sensiblen Bereich zwischen Bahnhof und der Querung Manhagener Allee könne man die Gleise eintunneln. Ein Überbau mit gläsernen Seitenwänden nach dem Vorbild des Bahnhofs im Frankfurter Flughafen würde städtebaulich völlig anders wirken und könne überdachten Platz für Läden bieten. Der Bauausschuss lehnte das ab, der Umweltausschuss stimmte aber mehrheitlich dafür, eine Machbarkeitsstudie anzufertigen.

Etwas Lärm täte jetzt gut

Die Stadt Ahrensburg muss jetzt Mut und Geschlossenheit zeigen, wenn es um den Lärmschutz in der Innenstadt geht. Die Zeit drängt, im Herbst soll das Planfeststellungsverfahren beginnen. Was (noch) fehlt, ist die klare Willensbekundung der Bürger und der Politiker, den Kampf gegen die Wände nicht aufzugeben. Da wird über Vorlagen diskutiert und die Zeit vergeht. Und: Die Schlossstadt hat rund 34  000 Einwohner, da ist eine Gruppe von 50 Herren und Damen, die sich ernsthaft für das Thema interessiert, arg wenig. Etwas Lärm jetzt, damit später niemand behaupten kann, er habe nichts davon gewusst.

Manfred Rüscher

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