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Sperrung der L 116 : Lägerdorf bald Geisterdorf?

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Die Sperrung der L116 kann für Geschäftsleute in Lägerdorf existenzgefährend werden. Ein Konzept soll nun schnell Hilfe bringen.

Lägerdorf | Einst brachte die Kreide der Gemeinde den wirtschaftlichen Aufschwung, nun droht die Kreide der 2600-Seelen-Gemeinde zum Verhängnis zu werden. Das zumindest befürchten die Gewerbetreibenden des Ortes. Immer mehr Straßen müssen gesperrt werden, weil das Erdreich wegen des Kreideabbaus zu instabil ist. Nach Sandweg und Schinkelweg wurde vor rund zwei Wochen auch die Landstraße 116, die Verbindungsstraße zwischen Lägerdorf und Breitenburg gesperrt. "Die verkehrliche Anbindung der Gemeinden Oelixdorf und Kollmoor sowie der Moordörfer nach Lägerdorf und zur A 23 ist quasi abgeschnitten", erklärt Ansgar Dörnte, 1. Vorsitzender von Haus & Grund Lägerdorf. "Damit ist ein wichtiger Einzugsbereich für die Geschäfte im Ort weggefallen. Kunden, die gezwungen sind, sich über einen längeren Zeitraum anderweitig zu orientieren, gehen dauerhaft verloren." Schon jetzt haben die Geschäfte Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent zu beklagen. Und ob die Straße überhaupt wieder freigegeben wird, ist noch unklar. Ergebnisse sollen erst Mitte Oktober vorliegen. "Das ist zu lang. Wir müssen jetzt Lösungen finden", unterstreicht Dörnte.

Zusammen mit den Geschäftsleuten haben die Ortsvereine von Haus & Grund Münsterdorf und Lägerdorf ein Konzept mit Forderungen ausgearbeitet und an die unmittelbaren Landtagskandidaten der bürgerlichen Parteien dieses Kreises geschickt. Sie fordern eine Teilöffnung des Streckenabschnitts der L 116 für Pkw bis 2,8 Tonnen Gesamtgewicht. So könnte der Verkehr einspurig mittels einer Ampelschaltung gelenkt werden.
Maut abschaffen und Geschwindigkeitsbegrenzung
Da sich durch die Sperrung die innerörtliche Verkehrsbelastung um ein Vielfaches gesteigert habe - insbesondere durch den Schwerlastverkehr, weil die Umleitung mitten durch die Dörfer führt - soll die Autobahnmaut für Lkw zwischen den Anschlussstellen Hohenfelde und Itzehoe Nord aufgehoben werden. Zusätzlich fordern sie ein Durchfahrtsverbot in den beiden Gemeinden für Fahrzeuge, deren tatsächliches Gewicht 12,5 Tonnen überschreitet. In Lägerdorf und Münsterdorf sollen außerdem die 30 Stundenkilometer-Zonen erweitert werden: In Münsterdorf in der Kirchenstraße vom Hujer Weg bis zur Eichenstraße, in Lägerdorf in der Münsterdorfer Straße von der Theodor-Storm-Straße bis zur Rosenstraße/Ecke Dorfstraße und in der Dorfstraße. Weiter wird vorgeschlagen Hinweisschilder aufzustellen, welche Betriebe und Einrichtungen an der L 116 noch direkt erreicht werden können - alles aber keine dauerhaften Lösungen.

"Wenn die Straße nicht wieder geöffnet wird, muss ein Ersatz her", betont Bäckermeister Frank Krause. "Sonst ist unser Dorf nur noch über zwei Straßen zu erreichen." Existenzen würden auf dem Spiel stehen, die Wohnqualität sinken. "Wenn das so weiter geht, sind wir bald ein Geisterdorf." Kritik wird laut. "Es werden seit Jahren Messungen vorgenommen. Warum haben die Verantwortlichen nicht früher reagiert - etwa mit Gewichtsbeschränkungen?"

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erstellt am 24.Sep.2009 | 11:12 Uhr

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