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Bad Oldesloe : Kurparkkreisel – endlich freie Fahrt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Belastende Baustelle“ – der Verkehr rollt vier Monate früher als ursprünglich geplant durch den neuen Kreisverkehr. An Freigabezeremonie gab es Freitagmorgen großes Interesse.

Wenn die öffentliche Hand baut, muss es also doch nicht immer zwangsläufig teurer werden und schier unendliche Verspätungen geben. Der neue Kurparkkreisel ist gestern für den Verkehr frei gegeben worden – vier Monate früher als ursprünglich geplant.

Was hatte das für ein Chaos gegeben. Kilometerlange Staus in der Stadt, Autos durch die Fußgängerzone, Geheimtipps als Umleitung doch über die Dörfer zu fahren ... ja, die Kreuzung zwischen Kurparkallee, Sülzberg, Mewes- und Brunnenstraße ist schon ein sehr zentraler Verkehrsknotenpunkt in der Stadt. Das wurde im Zuge der 16-monatigen Bauarbeiten mehr als deutlich. Und wenn dann auch noch Probleme auf einer der Autobahnen dazu kamen, ging gar nichts mehr.

„Es war eine schwierige und eine belastende Baustelle“, sagte deshalb auch Bürgermeister Tassilo von Bary gestern bei der Freigabe. Zahlreiche Menschen waren um 10 Uhr gekommen, um mitzuverfolgen, wie an drei Zufahrten gleichzeitig ein Band durchschnitten wird. Jania Riedel vom benachbarten Altenheim war dann die erste, die laut hupend und fröhlich winkend eine Runde über das neue Bauwerk mit dem Auto drehte.

3,6 Millionen Euro, davon 1,1 Millionen aus dem Topf des Stadtumbaus, sind in den zentralen Knoten investiert worden. Die Stadtwerke haben ihre Versorgungsleitungen in diesem Zusammenhang erneuert, die VSG Leitungen ausgetauscht und das Netz optimiert – das alles lief nicht problemlos. „Wir hatten sehr schlechten Baugrund, hohes Grundwasser und schwache Tragfähigkeit“, zählt Klaus-Peter Scharnberg, Leiter der Tiefbauabteilung, die Probleme auf. Natürlich habe man vorher Bodenproben genommen. „Aber die kritischen Schichten, liegen genau dazwischen“, so Scharnberg. Das alles hatte zu deutlichen Verzögerungen geführt. „Die haben wir noch während der Bauzeit eingeholt“, freut sich Bauamtsleiter Thilo Scheuber. Und es wurden gegenüber der ursprünglichen Grobplanung sogar noch vier Monate zusätzlich herausgeholt. „Da ist man abhängig von allen Partnern. Das klappt nur mit guter Zusammenarbeit“, erklärt er diesen Erfolg. Auftraggeber, Planungsbüros und Baufirmen haben wohl gut harmoniert.

Auch Janina Riedel ist vom Projektteam ausgesprochen angetan. Rettungsdienste, Notarzt, Lieferanten – für ihre Pflegeeinrichtung gab es einiges abzusprechen und zu regeln. „Die hatten immer ein offenes Ohr, waren immer freundlich, das hat alles super geklappt“, schwärmt sie. Von ihr gab es deshalb für alles Beteiligten ein dickes Lob – das kommt in der Stadt nicht so häufig vor.

Aber noch ein weiterer Grund dürfte für den zügigen Baufortschritt ausschlaggebend gewesen sein. Gefragt, was denn die größte Herausforderung dieser Baustelle gewesen sei, muss Klaus-Peter Scharnberg nicht lange überlegen. „Die verkehrliche Lage“, antwortet er, ohne lange überlegen zu müssen: „Wir haben ja mehr oder weniger die ganze Zeit unter Verkehr gearbeitet. “An der Stelle hat aber auch erstmals ein Umdenken stattgefunden. Bei der Abwägung wurde zumindest in der Endphase für Qualität sowie Zeit entschieden und damit gegen den Verkehr. Durch die Vollsperrung konnte besser und schneller gearbeitet werden.

Fertig ist der Kreisverkehr übrigens noch nicht: Im Herbst sollen noch Bäume und Sträucher gepflanzt werden.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 01.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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