Kurpark führt ein Schattendasein

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Ecken verdreckt, Spielplatz veraltet, keine Attraktionen / Dabei gibt es immer wieder Versuche, die Grünanlage aufzuwerten

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12. März 2017, 18:42 Uhr

Einst war der Kurpark das Prunkstück der Stadt Bad Oldesloe, aber damals war Oldesloe halt auch noch ein Bad. Mittlerweile ist die Grünanlage im Herzen der Stadt so etwas wie die grüne Lunge und ein Naherholungsgebiet der Kreisstadt.

Doch so richtig belebt ist der Park selbst an den ersten wärmeren Wochenenden mit Sonnenschein nicht. Und das hat unterschiedliche Gründe: Manche Ecken sind verdreckt und echte Attraktionen sucht man vergeblich. Seit Jahren gibt es immer wieder Versuche den Kurpark aufzuwerten. Der Salzpfad rund um die Geschichte der Saline gehört dazu mit seinen historischen Infotafeln, die aber – genau wie andere ähnliche Projekte – schnell auch Opfer von Vandalismus wurden und natürlich auch nur bedingt für Publikumsverkehr sorgen. Der Spielplatz ist veraltet und nicht gerade liebevoll gestaltet. Im Salzteich treibt genau wie an der Salzquelle selbst der Müll.

Die Idee einer Open-Air- Bühne wurde vor einigen Jahren so lange diskutiert und zusammengeschrumpft, bis ein Micro-Amphitheater herausgekommen ist, das tatsächlich so gut wie nie genutzt wird. Eine dort eingeplante „Speakers Corner“ traf sich nur drei Mal. Die unmittelbare Nähe zu einem Alten- und Pflegeheim macht auf der anderen Seite eine häufige Nutzung mit einem bestimmten Lautstärkepegel auch nicht einfacher.

Abgesehen vom Kurparkfest der umtriebigen Kurpark-AG und den Aktionen des Tennisvereins fehlt es dem Kurpark an neuen, frischen Ideen und Anziehungspunkten. Über dieses Problem wird immer wieder diskutiert, Lösungen stehen noch aus. Immer wieder kommen neue Ideen auf die Tagesordnung. Die CDU hatte im September 2016 angeregt, die Eingänge attraktiver zu gestalten, ihnen die Namen berühmter Oldesloer zu geben, Infotafeln sollten an den Eingängen angebracht und Hinweisschilder sowie Wegweiser im Park aufgestellt werden. Außerdem wird immer wieder die Renovierung des Spielplatzes angesprochen.

Zur Januarsitzung des Umweltausschusses sollte es eigentlich Antworten geben. Das Tourismusmanagement Stormarn, die Kurpark AG, das Stadtmarketing und freischaffende Künstler sollten durch die Verwaltung um Hilfe gebeten werden. Passiert ist nicht wirklich etwas. Die Januar- und Februarsitzungen des Ausschusses fielen aus und im März hatte sich noch immer nichts getan. „Ich möchte Ihnen da auch keine Illusionen machen, dass wir da als Stadt viel Zeit haben, uns reinzuhängen“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke auf Rückfragen der Lokalpolitiker. Die Personalsituation in der Verwaltung sei bekannt und es könne aktuell kein hauptamtliches Engagement für den Kurpark geben, dass einen größeren Kraft- und Zeitaufwand benötige.

In Sachen Spielplatz ist die Situation ungeklärt, in welchen Ausschuss er gehört. Der Umweltausschuss war der Meinung, dass ein Beschluss gefasst wurde, dass der Spielplatz erneuert werden soll. „Ich habe das überprüfen lassen. Es gibt dazu keinen Beschluss“, so Bauamtsleiter Thilo Scheuber. Genau genommen sei wohl auch der Bildungs- , Sozial- und Kulturausschuss zuständig. Doch dieser war auf den Umweltausschuss verwiesen worden. Jetzt soll der Kurparkspielplatz und seine Zukunft beim nächsten BSKA auf die Tagesordnung kommen.

„Wir wollten gar nicht unbedingt, dass die Verwaltung groß tätig wird. Wir haben nur erwartet, dass wie beschlossen, die entsprechenden Stellen informiert und um Hilfe gebeten werden“, erklärte Dieter Hoffmann (CDU). Dass nun offensichtlich über Monate wieder gar nichts passiert sei, sei mehr als bedauerlich.

„Wir könnten einen Ideenwettbewerb mit den ehrenamtlichen Kreativen machen. Ob da nun ein Statuen-Park entsteht oder man mal 1000 Luftballons steigen lässt – einfach mal so in die Tüte gesprochen – vielleicht kommen ja gute Ideen“, so Hoffmann weiter. Die Hauptsache sei es doch, dass langsam mal was passiere.

Bürgermeister Lembke erklärte sich damit einverstanden, dass die Verwaltung kurzfristig einen runden Tisch mit „den üblichen verdächtigen Ehrenamtlern“ einberuft. In einer Ideenwerkstatt könnten dann neue Projekte auf den Weg gebracht werden, die zu einem attraktiveren Park beitragen.

Ein Grillplatz und die Pläne für die Verschönerung der Salzquelle seien bereits im Werden und sollten 2017 fertig sein. „Uns würden schon mehr Informationen helfen. Wird es Ende 2017 oder das zweite Quartal? Und so weiter“, mahnte Hoffmann an.

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