Kuriose Debatte um Parkhaus für Berufsschule

Die Stadt Ahrensburg sieht einen Bedarf für 310 Parkplätze, will dafür aber nichts bezahlen

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10. Juni 2018, 11:20 Uhr

„Eine bessere Chance bekommt die Stadt Ahrensburg dort nicht“, ist Wolfgang Gerstand überzeugt, Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses des Kreises. Der CDU-Politiker wunderte sich ebenso wie seine Kollegen, dass Ahrensburg den Vorschlag abgelehnt hatte, gemeinsam ein Parkhaus an der Kreisberufsschule zu bauen.

In der Baugenehmigung hatte die Stadt Ahrensburg zwar in einer Nebenbestimmung festgehalten, dass die Stellplatzzahlen bisher „offensichtlich zu niedrig angesetzt“ worden seien und zusätzliche Plätze zu schaffen seien. Rechtlich haltbar ist das nicht, da die 2010er Baugenehmigung 96 Stellplätze für 846 Schüler vorsieht. „Da war der Wunsch wohl größer als der Einblick in die Realität“, so Kreisbauamtsleiter Klaus Kucinski, der das Thema „zu meinem Hobby gemacht“ habe: „Wenn Ahrensburg mehr Stellplätze haben will, muss die Stadt die Baugenehmigung von 2010 aufheben und wird schadensersatzpflichtig.“

Im alten Erlass wurde ein Parkplatz je 25 Schüler unter 18 gefordert, bei Älteren ein Platz für fünf bis zehn Jugendliche. Selbst bei einen Stellplatz je fünf über 18-Jährige müssten nur 39 Plätze neu geschaffen werden, da 96 vorhanden sind. „Die kann man auf dem Grundstück unterbringen“, so Stephan Brockmöller aus der Bauverwaltung. Allerdings würden damit die letzten noch vorhandenen Grünflächen zugepflastert.

Die Stadt sieht aufgrund der Parkplatznot in dem Quartier allerdings einen Bedarf für 310 zusätzliche Parkplätze. Für die Situation sei die Stadt allerdings selbst verantwortlich, so Kucinski: „Es gab massiven Wohnungsbau in dem Quartiert, und niemand hat die Stadt gehindert, zwei und nicht nur 1,25 Stellplätze je Wohneinheit vorzuschreiben. Da kann man jetzt nicht von uns 200 Prozent fordern.“

Er hatte der Schlossstadt den Bau eines gemeinsamen Parkhauses vorgeschlagen. Vier Parkpaletten mit 280 Plätzen würden allerdings geschätzte 2,7 Millionen Euro kosten. Im Ahrensburger Bau- und Planungsausschuss sei die Situation in nichtöffentlicher Sitzung erläutert worden. Die Frage, ob grundsätzlich eine Bereitschaft zur Mitfinanzierung einer Parkpalette bestehe, habe bei den Ausschuss-Mitgliedern „keinen Anklang“ gefunden,ließ die Stadtverwaltung wissen.

Ganz so wollte Jörg Hansen (Grüne) das nicht stehen lassen, der sowohl in Ahrensburg als auch im Kreis dem Bauausschuss angehört. „Es gab nur einen Bericht. Der Ausschuss hat nichts abgelehnt. Ich würde sagen, das ist noch offen.“

Vorerst entschied sich der Kreisausschuss allerdings dafür, den vorhandenen Parkplatz mit einer Palette für 60 bis 70 Pkw zu überbauen. Die Kosten werden auf eine Million Euro geschätzt. 500 000 Euro stehen zur Verfügung, weil die Ausschreibung für die Schulerweiterung günstiger war, die andere Hälfte müsste im Haushalt 2019 bereitgestellt werden. Die Palette werde aufstockbar sein, so Kucinski:, Aber „wenn man zusammen baut, wird es für alle billiger.“

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