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Stormarner Tageblatt

22. November 2017 | 05:00 Uhr

Kunstbegeisterung ohne Jammern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die 2. Retrospektive des Kunsthauses am Schüberg hat viele Künstler, Sammler und Interessierte nach Ammersbek gelockt

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 17:39 Uhr

Interessierte Besucher stehen vor den Malereien und Skulpturen, Künstler tauschen sich untereinander aus – gute Laune herrscht vor. Die 2. Retrospektive des Kunsthauses am Schüberg unter dem Motto „14 Jahre Kunsthaus - die letzten sieben Jahre“ hat viele Kunstbegeisterte und Kunstschaffende nach Ammersbek gelockt. Man tauscht sich aus, unterhält sich, bestaunt Werke der Kollegen und diskutiert. Mit etwas Glück verkaufen manche der Künstler zusätzlich einige ihrer Exponate. Denn neben einigen wissenschaftlichen Experten und kunsthistorisch Interessierten sind auch Sammler nach Ammersbek gekommen. Mit der Preisliste in der Hand schreiten sie von Werk zu Werk, schauen skeptisch oder begeistert, rätseln hier und da über den Sinn und manchmal schlagen sie auch spontan zu.

Da bei der Eröffnung eine ganze Reihe der 28 ausstellenden Künstler anwesend sind, bietet sich die Möglichkeit direkt vor Ort ins Gespräch zu kommen. Manche Kreativen äußern sich ausführlich zu dem, was sie sich bei dem Erschaffen eines Werkes gedacht haben, andere ziehen es vor, lieber nicht zu viele Antworten zu geben. Das sei ja schließlich auch nicht ihr Job. So wie zum Beispiel Nicola Dormagen die ihre Installation „Heimat“ als Paket verkauft, zum selbst Nachbauen in der eigenen Wohnung oder im Garten. „Ich stelle eher Fragen, als dass ich Antworten gebe“, sagt sie zu einem Interessierten.

Axel Richter, Leiter des Kunsthauses am Schüberg, zeigt sich zufrieden mit dem Auftakt. „Alles wunderbar“, sagt er. Tatsächlich sei es gelungen Werke alle Künstler die in den vergangenen sieben Jahren hier ausgestellt haben, wieder nach Ammersbek zu holen. Die Bandbreite von Installationen über Skulpturen und Malerei bis hin zu digitaler Fotografie ist enorm groß. Deutlich wird so die Bandbreite, die das Kunsthaus mit seinen Ausstellungen abdeckt. Dass die Qualität hoch ist, ist auch darüber abgesichert, dass stets eine strenge Jury darüber entscheidet, wer ausstellen darf und wer nicht. Für die Künstler sind diese Möglichkeiten sich zu präsentieren überlebensnotwendig, weiß nicht nur Richter. „Natürlich spielt das Verkaufen eine Rolle. Bei manchen Künstlern hier gilt das Stichwort Hartz IV“, sagt er. Gleichzeitig betont er, dass kein Künstler das Recht habe zu jammern. „Niemand ist gezwungen als Künstler oder von seiner Kunst zu leben. Das ist eine Entscheidung die man trifft“, erklärt er. Aber es sei wichtig, dass denen, die sich dafür entschieden haben, eine angemessene Plattform zu bieten – und genau das sei das Kunsthaus nun seit 14 Jahren. Ein gutes Zeichen sei, dass alle ausstellenden Künstler jetzt noch aktiv seien. Denn Kontinuität sei wichtig für die Weiterentwicklung.


Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Juni zusehen. Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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