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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 18:01 Uhr

Kunst am Bau nur gebastelt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Oldesloer Kommunalpolitik muss im Problemfeld „Kunst am Bau“ den Durchblick behalten

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erstellt am 18.Mär.2015 | 15:44 Uhr

Ist das Kunst, oder kann das weg? So lautet ein bekannter Satz – nicht von ungefähr. Verschmutzte Badewanne, Fettecken, faulende Schweinehälften ... was wird nicht alles als bedeutende Kunst gehandelt. Oftmals steht der Laie davor und wundert sich: „Das hätten meine Kinder auch hinbekommen“.

Und nicht selten findet sich jemand, der selbst in des Kaisers neuen Kleidern absolut geniale Entwürfe erkennt. Artig klatschen und zustimmend nicken, sonst gilt der Betrachter leicht als ahnungsloser Depp. Echte Kunst können also nur Profis, und dass die jeder versteht, kann natürlich nicht erwartet werden. So einen Fall beschäftigt jetzt die Kommunalpolitik in der Kreisstadt.

Die Stadt Bad Oldesloe hat es gut gemeint und beim Bau der Redderkita 14  000 Euro für Kunst am Bau eingeplant. Es gibt zwar einen Erlass der Landesregierung, in dem geregelt wird, wie viel Prozent der Summe einer bestimmten Kostengruppe für Kunst im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt werden sollen, aber das ist nur eine Empfehlung. „Wir gönnen uns das jetzt mal“, heißt es in Bad Oldesloe. Es zeichnet schließlich eine Gesellschaft aus, dass sie sich um Kunst und Kultur kümmert. Die Idee im Oldesloer Bauausschuss war, ein Kunstprojekt auszuschreiben. An der Umsetzung sollten die Kinder der Einrichtung beteiligt werden. Warum auch nicht. Dann aber kommt der Bund Bildender Künstler (BBK) aus dem Knick. In der Vorlage zur Stadtverordnetenversamlung am Montag macht die Künstlerlobby Einwände geltend. Das Projekt sei nämlich eine Art „Bastelarbeit“.

Von einer öffentlichen Ausschreibung rät der BBK ab, die Professionalität sei nicht gewährleistet. Besser solle aus Künstlern ausgewählt werden, die vom BBK autorisiert sind. Auch kritisiert der Verband, dass die Stadt beschlossen hat, das Preisgeld komplett an den Sieger zu zahlen. Alle anderen Teilnehmer gucken in die Röhre. Bei aller Kritik am Auftreten des BBK: An dieser Stelle haben sie nicht ganz unrecht. Der Erlass sieht eine Regelung vor, was den Teilnehmern zu zahlen ist. Man muss sagen, das schmälert den dem Sieger zur Verfügung stehenden Betrag – und der ist ohnehin nicht üppig. Beim Architektenwettbewerb für das KuB war von dagegen von vornherein klar, dass auch die weiteren Platzierten ein nettes Sümmchen erhalten. Da wird offenbar mit zweierlei Maß gemessen.

Mehr im Stormarner Tageblatt am Mittwoch.

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