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Stormarner Wochenschau : Kulturunterschiede wohin man blickt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Rotes Tuch vor dem Haus oder oranges um den Hals – der Ton macht die Musik.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Rotes Tuch

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Aber neun Jahre zum Hissen von Flaggen? 2007 wurde die Sparkasse in Bad Oldesloe nach dem Umbau wieder eröffnet, inklusive der erneuerten drei Fahnenmasten. Ihr Logo durfte die Sparkasse aber nicht mehr hissen: Werbeflaggen seien verboten, teilte die Stadt der ehemaligen Stadtsparkasse mit. So wehten sechs Jahre schlichte rote Fahnen vor der Hauptstelle. Den CDU-Politiker Uwe Rädisch erinnerten die „Roten Tücher“ vermutlich an den roten Platz in Moskau. Beim Handwerkertag 2013 in der Sparkasse versprach er, sich dafür einzusetzen, dass die Sparkasse als einer wichtigen Steuerzahler ihre Flaggen in der Innenstadt zeigen darf. Fast drei Jahre zog sich die Diskussion in den Gremien hin. Nun ist die Werbesatzung geändert, und das Sparkassen-S darf wieder vor der Sparkasse wehen. Was für ein Gewinn.

Halstuch

Gut gelaunt und optimistisch wurde im Dezember der Verschmelzungsvertrag unterschrieben. Die Raiba Südstormarn Mölln und die Volksbank Lübeck schienen das perfekte Paar: Gleiche Größe, gleiche Ausrichtung, ein sich ergänzendes Geschäftsgebiet. Und dann die Notbremse in letzter Minute. Die Kultur in den beiden Häusern sei doch zu unterschiedlich, ließ die Volksbank verlauten und sagte die Fusion ab. Hätte man es nicht ahnen müssen? Schließlich zeichnen sich Banker besonders durch nach außen getragenen Seriosität und so genannte Corporate Identity aus. Das heißt nicht nur geputzte schwarze Schuhe und (meist) blauer Anzug, sondern auch die Krawatte. Und die ist nicht nur ein Accessoire, sondern auch Symbol für Macht, Zugehörigkeit und Disziplin. Bei der Farbe waren sich die Genossenschaftsbanker beider Häuser einigermaßen einig: Rostrot bei der Volksbank und ins gelbliche gehender Rotton bei der Raiba. Aber den Schlips der Raiffeisenbanker zieren auch noch silberne Querstreifen. Was kann die Vernunft dagegen schon ausrichten.

Musikexperten

Ab und an geht es in Oldesloe bei Ausschuss-Sitzungen launig zu. Stichwort „Flügel für das KuB“. Kämmerin Mandy Treetzen sprach ständig von einem Klavier – diese Konsequenz sorgte schon für Heiterkeit. „Natürlich war von Anfang an klar, dass das Klavier … äh, der Flügel in die Räume der Musikschule gehört. Deswegen haben wir doch extra die Türbreiten angepasst.“ Daraufhin kam von Horst Möller ( CDU): „Der passt doch auch hochkant durch.“ Antwort Maria Herrmann (SPD): „Ne, das ist dann eine Harfe.“

Königsmord

Tradition ist ja schön und gut, aber gelegentlich darf man die gerne auf den Prüfstand stellen. Auch beim Oldesloer Vogelschießen. Das Fest hat vor allem am Nachmittag deutlich an Attraktivität verloren. Das zu erkennen war nicht sonderlich schwierig, jetzt versucht der Vogelschießerverein gegenzusteuern. Ob das von Erfolg gekrönt ist, wird sich zeigen. In der Theorie liest sich das neue Konzept ja ganz gut. Muss man dafür den bisherigen Zeltbetreiber sang- und klanglos abservieren? Das wirkt auf Außenstehende stillos. Zelt König hat das 70 Jahre lang gemacht! Das kann nicht alles schlecht gewesen sein, denn sonst hätte man sich viel früher von dem Unternehmen trennen müssen. Natürlich gibt es kein Gewohnheitsrecht, aber fairer Wettbewerb sollte selbstverständlich sein.

Es werde Licht

Da wiehert mal wieder der deutsche Amtsschimmel. Nun sind also Flüchtlinge in die ehemalige Familienkasse weit draußen am Sandkamp gezogen. Von der Decke dürfen nur Neonröhren leuchten. Gardinen Fehlanzeige. Sie sollen es ja nicht zu gemütlich haben. Ehrenamtler hatten Lampen organisiert. Die wurden jetzt aber von der Stadt verboten. Sie müssten erst abgenommen werden. Außerdem, so der Bürgermeister im Hauptausschuss, sei am Wochenende die Sicherung herausgeflogen. Jetzt müsse erst der Fehler im System gesucht werden. Als nächstes wird vermutlich noch mit zu hohen Stromkosten argumentiert.
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