Bargteheide : Kulturring lässt es krachen

Theatermann Manfred Kutsche mit Edina Fritsch (neue Schriftführerin) und Regina Rehders (neue Kassenwartin, rechts).
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Theatermann Manfred Kutsche mit Edina Fritsch (neue Schriftführerin) und Regina Rehders (neue Kassenwartin, rechts).

Starke Programmpunkte und eine positive Bilanz, aber der Verein braucht mehr personelle und finanzielle Unterstützung gezogen.

shz.de von
03. Mai 2015, 17:07 Uhr

„Wenn das was wird, haben wir einen Riesenknaller“, frohlockt der Vorsitzende des Kulturrings Bargteheide, Manfred Kutsche, in seinem Ausblick auf die im September startende Theatersaison 2015/2016. Das „Ballett on Ice“ könnte kommen und den Klassiker „Der Nussknacker“ auf die Bühne bringen. Wobei statt einer Eisbahn spezielle Kunststoffplatten für Kufen zum Einsatz kämen. Egal! Das wäre ein Highlight für Bargteheide. Aber die Verhandlungen seien noch im Gange, zahlreiche Großstädte ebenfalls an der Aufführung interessiert. „Es gibt Terminprobleme“, so Kutsche. Die weiteren Aufführungen stehen allerdings fest.

Zum ersten Mal wird sich Tatort-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, Foto) die Ehre geben und im Stück „Chuzpe“ von Lily Brett neben Angelika Bartsch, Joachim Bliese und anderen zu sehen sein. Wieder dabei sein werden: Ron Williams (Foto) mit „Onkel Toms Hütte reloaded“ – er glänzte bereits in den Stücken „Mandela“ und „Harry Belafonte“ – sowie Nina Petri in der Ehegeschichte „Gift“.

„Nach ,Der kleine Horrorladen’ ist im neuen Programm das legendäre Musical ,Hair’ dran“, sagt Bargteheides Theatermann lächelnd. Natürlich auch ein echtes Sahnestück! Stars aus gängigen Musicals sind ebenso zu Gast wie die Brass Band Berlin. „Bei dem Auftritt ist der Bär los“, verkündet Kutsche – mit Witz, Charme und Frack.

Besonders freut sich der Kulturring über „Bauernhof Rock“ (auf Platt) des Ohnsorg-Theaters. Damit startet die Saison am 12. September. „Das ist ein ordentlicher Auftakt“, ist sich Manfred Kutsche sicher. Da lachen ja die Hühner – und mit Sicherheit nicht nur die. Das Endstück bildet am 19. Mai 2016 die derzeit im Kino laufende Komödie „Frau Müller muss weg“. Claudia Rieschel ist dabei. Ob Gerit Kling oder Andrea Lüdke die Hauptrolle spielen, sei allerdings noch offen, erklärt der Vorsitzende: „Nach zahlreichen Anläufen hat es endlich geklappt, die Aufführung nach Bargteheide zu holen.“ Theaterfreunde können sich also auf tolle Darbietungen freuen. Das Programm ist erneut top.

Die Finanzen sind es leider nicht. Es ist das alte Spiel – seit vielen Jahren. Das wurde jetzt auf der Jahreshauptversammlung der ehrenamtlichen Truppe im Stadthaus einmal mehr deutlich. „Wir brauchen personelle und finanzielle Unterstützung – und einen realistischen Zuschuss, um Rücklagen bilden zu können“, appelliert Kutsche an Stadt und Bürger. In der Kasse sind derzeit 4167,03 Euro. Kein wirkliches Finanzpolster. „10  000 bräuchten wir schon“, sagt die Galionsfigur des Kulturrings. Kutsche wird deshalb wieder einen Antrag auf Zuschusserhöhung einbringen.

Statt der seit einigen Jahren gezahlten 19  000 Euro sollten es 25  000 Euro schon sein. „Wenn man bedenkt, was andere Spielstätten für Subventionen erhalten“, führt Kutsche ins Feld. Zudem sei alles teurer geworden – von den Gagen über Gema-Gebühren bis zur Versicherung. Die Mitgliederzahl sei ebenfalls weiter rückläufig, obwohl die Mitgliedschaft einige Vorteile biete. Derzeit sind im Kulturring 292 Mitglieder vertreten – 2014: 300.

Immerhin hätten sich die Rahmenbedingungen beispielsweise bei der Terminvergabe verbessert. Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Henning Görtz sei man da auf einem guten Weg. Kutsche: „Wir gehen davon aus, dass für noch strittige Punkte bald Lösungen gefunden werden.“

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