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Ahrensburg : Kulturhaus, Museum oder Brauerei?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der 1895 erbaute Speicher auf der Rückseite des Marstalls ist in keinem guten Zustand und muss gründlich saniert werden. Der Verwendungszweck ist aber noch unklar.

Die Ideen werden fast wöchentlich mehr, aber eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Was wird aus dem alten Speicher hinter dem Marstall, den die Stadt Ahrensburg im vergangenen Jahr für rund 200  000 Euro kaufte? Wer wird ihn in Zukunft wie nutzen? Im vorgestellten Sanierungskonzept des beauftragten Büros für Stadt- und Regionalplanung „baumgart+ Partner“ lautet der Plan, dass das 1895 erbaute Gebäude mit seinen 1100 Quadratmetern zunächst saniert und dann verkauft werden soll. Ungefähr 3,5 Millionen Euro soll ein möglicher Käufer dafür auf den Tisch legen. Die Lokalpolitik sah diesen Punkt im Konzept der beauftragten Agentur allerdings kritisch und würde lieber auch eine Vermietung nach Sanierung diskutieren.

Die kurzzeitig ins Spiel gebrachte Variante, ein Tunneltalmuseum in dem Gebäude unterzubringen, scheint mittlerweile endgültig vom Tisch zu sein. Viele Kulturschaffende der Stadt und auch Bürgermeister Michael Sarach hoffen allerdings noch immer darauf, dass der Speicher in ein Kulturzentrum verwandelt werden kann. „Es fehlt an Möglichkeiten, wo man auch gerade für jüngere Menschen ein Konzert veranstalten kann. Ich möchte kein großes Geheimnis daraus machen, dass ich mir wünsche, dass dort ein Theater- und Kulturbau mit entsprechender Ausstattung entsteht“, sagte Sarach unlängst in einem Gespräch mit dem Verein für Theater und Musik. „Entscheiden wird das im Endeffekt die Politik, das ist ja vollkommen klar. Ich glaube aber, dass ein Kulturzentrum im Speicher mit dem passenden Angebot das Schlossensemble weiter abrunden würde“, so der Bürgermeister.

„Es würde aus meiner Sicht diese gesamte Ecke der Stadt noch weiter aufwerten. Wie das dann genau bespielt wird, wer da was macht, darüber wird in einem Konzept zu reden sein. Fakt ist, dass unsere Stadt ein größerer, moderner Theatersaal mit der entsprechenden Logistik und Ausstattung fehlt“, erklärte der Bürgermeister.

Unterstützung bekommt er dabei von vielen Musikern und Theaterschaffenden aus der Schlossstadt. „Natürlich würde es uns für unsere Musicalproduktionen freuen, wenn es dort in Zukunft einen gut ausgestatteten Saal geben würde. Da wir Ahrensburg auch über die Region als Musicalstandort bekannt machen und weiter bekannt machen wollen, ist die Idee natürlich gut“, so Hauke Wendt von der Musicalschule Ahrensburg kürzlich. Wendt organisiert seit einigen Jahren die weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten „24 Stunden Musicals“, die bisher im Alfred-Rust-Saal über die Bühne gingen. Dieser Saal sei nicht komplett schlecht, aber für größere Produktionen – die durchaus gerne nach Ahrensburg kommen würden – kompliziert zu bespielen.

Dieser Meinung ist auch Sabine Schwarz vom Verein Theater und Musik in Ahrensburg: „Wir sind froh, dass wir den Rust-Saal nutzen können. Er ist aber nicht optimal, das ist auch kein Geheimnis. Das richtige Theatererlebnis kommt manchmal nicht auf, weil der Saal im Endeffekt dann doch ein wenig den Charme einer Schulaula ausstrahlt und es keine richtige Gastronomie gibt. Eine gemütliche Gastronomie gehört aber für viele Menschen zu einem Theaterbesuch dazu. Wir würden uns daher natürlich sehr freuen, wenn der Speicher zu einem Theater- und Konzertgebäude umgebaut wird. Für die vielfältige Kultur vor Ort wäre es wichtig.“

„Die anderen Städte in Stormarn schlafen nicht. Wenn Ahrensburg sich als kultureller Standort stärken möchte, dann sehe ich die Idee, dort ein Kulturzentrum mit Theatersaal entstehen zu lassen, als sehr zukunftsweisend an“, so Bürgermeister Sarach. Es gebe viel Kultur und Kulturschaffende in der Stadt, denen man die richtige Bühne bieten sollte.

Interesse an dem Gebäude und dem Gelände hat mittlerweile allerdings auch die Privatbrauerei Grönwohlder angemeldet. Sie möchte das Gebäude in eine „Erlebnisbrauerei“ verwandeln inklusive Biergarten und Gastronomiebereich.

Die Zukunft der Speichers scheint also weiter komplett offen.

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erstellt am 08.Aug.2017 | 06:00 Uhr

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