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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:21 Uhr

Bad Oldesloe : Kultur: Es geht um die Vision

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In einem Beteiligungsverfahren können die Oldesloer kulturelle Inhalte und Fördermöglichkeiten mitbestimmen. Dazu sind vier Diskussionsabende geplant.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 06:00 Uhr

„Jeder schreibt mal seine Lieblingsband auf und die wird dann eingeladen – nein, so ist es nicht gemeint“, erklärt Inken Kautter. Die Kulturmanagerin der Stadt startet ein „Beteiligungsverfahren zur Kulturentwicklung“.

Der Gedanke dahinter ist ganz einfach: Die Stadt bekommen mit dem KuB eine neue Spielstätte – und was soll da zukünftig geboten werden? Operette, plattdeutsche Stücke, eigene Inszenierungen oder Gastspiele von Tournee-Theatern? „Es funktioniert nicht aufgesetzt“, ist Inken Kautter überzeugt: „Wenn man die Bevölkerung nicht mitnimmt, kommen vielleicht tolle Dinge, die keiner annimmt.“ Damit das in Oldesloe nicht passiert, lädt sie im April und Mai zu insgesamt vier Beteiligungsrunden ein. Dabei soll es allerdings nicht nur um inhaltliche Wünsche und Anregungen gehen. Inken Kautter stellt den Kulturbereich quasi komplett zur Diskussion. Deshalb soll es an den ersten beiden Abenden am Montag, 11., und Donnerstag, 26. April, um die Frage der Kulturförderung gehen.

Bislang ist im Kulturtopf mehr Geld als benötigt. Das wird sich in Zukunft vermutlich ändern. Spätestens dann kann Politik die Anträge nicht mehr einfach nur durchwinken. Überhaupt hat die Kulturexpertin Systemfehler ausgemacht. Für Förderanträge gibt es einen Stichtag. Wer anschließend eine Idee hat, muss bis zum nächsten Jahr warten, wer vorher etwas auf die Beine stellen möchte, hat Pech gehabt. Ganz zu schweigen davon, dass Kosten für Werbung in Oldesloe nicht eingerechnet werden dürfen. Das sei eher ungewöhnlich.

Inken Kautter versteht unter Kulturförderung auch Schwerpunktsetzung. „Es geht darum, eine Vision zu entwickeln. Wo wollen wir unseren eigenen kulturellen Schwerpunkt haben?“, formuliert sie ihren Anspruch, den sie gerne diskutieren möchte. Welches Publikum soll angesprochen werden? Welche Gruppe von Kulturschaffenden soll gefördert werden – eher Nachwuchskünstler, Mainstream oder Avantgarde? Und wer soll im Zweifel – also wenn der zur Verfügung stehende Betrag nicht reicht – über die Vergabe entscheiden. Auch dazu hat Inken Kautter eine private Meinung: „Ich glaube nicht, dass das im Sozialausschuss richtig angesiedelt ist.“ Eine öffentliche Sitzung, bei der ein Antragsteller unter Umständen vor versammelter Mannschaft intensiv hinterfragt wird – das sieht sie kritisch. Auch könnte Politikern vor Publikum der Mut fehlen, arrivierten Künstlern einen Zuschuss zu versagen. Deshalb präferiert sie einen „Kuratorium“, dass hinter verschlossenen Türen über Kulturförderung entscheiden soll. Alles nur Denkanstöße, betont Inken Kautter.

Die inhaltliche Debatte soll am 9. und 26. Mai stattfinden. Die Runden beginnen jeweils um 19 Uhr im Sitzungssaal im Stadthaus. Die Abende bauen aufeinander auf. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Wer beim jeweils ersten Termin nicht kann, kann sich das Protokoll schicken lassen.

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