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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 13:05 Uhr

Bad Oldesloe : KuB-Name wird zum Streitthema

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Expertenjury soll über die zukünftige Benennung des Kultur- und Bildungszentrums entscheiden. Die SPD fordert mehr öffentliche Beteiligung.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2016 | 10:00 Uhr

Die Diskussionen rund um das Kultur- und Bildungszentrum (KuB) reißen nicht ab. Ob nun die von einigen Parteien als „Kostenexplosion“ gesehene finanzielle Entwicklung, der immer weiter geschrumpfte Mehrzwecksaal, der Wunsch einiger Kulturschaffender nach noch fehlender Technik in den Räumlichkeiten und jetzt auch noch die von Bürgermeisterkandidatin Maria Herrmann (SPD) angestoßene Diskussion um den Namen an sich – es kommt selbst bei engagierten, kulturinteressierten Kreisstädtern längst nicht mehr nur ungetrübte Vorfreude auf.

Die seit Jahren festgelegten zukünftigen Hauptnutzer des KuBs – die Volkshochschule, die Musikschule, die Oldesloer Bühne und die Musikerinitiative Klangstadt – hatten sich im Arbeitskreis gemeinsam mit KuB- und Kultur-Managerin Inken Kautter für den Namen „das KuB“ ausgesprochen. Doch dieser Vorschlag traf zur Enttäuschung der Kreativen bei der Lokalpolitik auf absolut keine Gegenliebe.

Die CDU sieht allerdings den Namen „KuB“ ohne das „das“ als eigentlich einzige Möglichkeit an. Horst Möller (CDU): „Das Gebäude heißt im Volksmund seit Jahren so, und wenn man sich Berichte dazu durchliest – immer heißt es KuB. Ich sehe keine Gründe, das sechs Monate vor der Eröffnung zu ändern.“ Dem CDU-Politiker ist es auch wichtig, dass nicht erneut eine kontroverse Diskussion rund um das KuB losgetreten wird.

„Die Gefahr neuer Reibungen und Verstimmungen besteht“, sagt Möller, der die CDU selbst lange Zeit im KuB-Arbeitskreis vertrat. Dem gehört auch Sozialdemokratin Maria Herrmann an. Sie sieht die ganze Situation aber anders und malt ein eher düsteres Bild, nach dem die im Planungsprozess Beteiligten den Rest der Kulturschaffenden der Stadt ausschließen würden – entweder weil sie Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen hätten oder weil der Eindruck entstehe, dass das passiert sei.

„Es war nie so gedacht, dass es ein Gebäude hauptsächlich für die genannten Nutzer wird. Die über Zwölf-Millionen-Investition nur für diese vier Gruppen? Das geht nicht“, sagte sie in der Stadtverordnetenversammlung. Es sei ein „offenes Gebäude für alle Oldesloer. Außerdem steckt da auch vor allem Bildung mit im Namen und nicht nur Kultur“, so Maria Herrmann. Man müsse jetzt alle wieder mit ins Boot holen, bevor es zu spät sei.

Zu Beginn des Prozesses vor sechs Jahren hatte es Ideensammlungen und Beteiligungsverfahren gegeben. Bis auf die jetzt noch Engagierten waren allerdings alle weiteren Interessierten im jahrelangen Prozess aus dem Planerkreis ausgeschieden.

Die demokratische Namensfindung ist für Herrmann der erste Schritt, diese Mitbürger zurückzugewinnen. Zusätzlich soll es ein öffentliches, professionell moderiertes Beteiligungsverfahren geben, um Inhalte und Beteiligungsmöglichkeiten für das KuB mit den bisher „ausgeschlossenen“ Kulturschaffenden der Stadt anzuregen. Dieses Beteiligungsverfahren wurde mehrheitlich beschlossen.

Entschieden wurde zudem bei neun Gegenstimmen der CDU, dass eine fünfköpfige externe Jury eingesetzt wird, die über die durch Mitbürger einzureichenden Namen abstimmt. Der KuB-Arbeitskreis wurde ausdrücklich aus diesem Prozess ausgeschlossen, und die Entscheidung der Jury soll bindend sein.

„Das sehen wir anders. Gefällt uns der Name nicht, tragen wir ihn nicht mit“, stellt Möller klar. „Ich sehe es eigentlich wie Herr Möller. Das KuB heißt KuB. Sollten sich aber Menschen ausgeschlossen fühlen, müssen wir das ändern“, so Hendrik Holtz (Die Linke). „Ich erwarte dann aber auch, dass da ein richtig einmaliger Vorschlag kommt“, so Holtz. „Es ist ja möglich, dass es am Ende doch bei KuB bleibt“, sagt Herrmann


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