zur Navigation springen

Großbaustelle : KuB eröffnet halbes Jahr später

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Bau der Probenbühnen geht schnell voran. Doch insgesamt verzögert sich das Projekt. Mindestens 500 000 Euro müssen zusätzlich eingeplant werden. Das Profil des künftigen KuB-Leiters sorgte für Diskussionen.

Die gute Nachricht zuerst: Manche Baubereiche des Kultur- und Bildungszentrums kommen tatsächlich schneller voran als gedacht. So konnten sich die Mitglieder des Hauptausschusses ein Bild davon machen, wie das neue Gebäude der Oldesloer Bühne bereits gediehen ist. Die negative Nachricht folgte allerdings direkt: Der Umbau wird nicht etwa früher fertig, sondern deutlich später.

Statt im August 2015 wird das KuB frühestens im Frühjahr 2016 Eröffnung feiern können. „Es hätte mich fast schon gewundert, wenn es keine Verschiebung gegeben hätte. Bei Projekten dieser Größenordnung ist das ja mittlerweile fast schon normal“, sagte Maria Herrmann (SPD). „Es ist halt so, dass immer mal was passieren kann, was man vorher nicht so gesehen hat, obwohl alles untersucht wurde“, erklärte Stadtkämmerin und Projektleiterin Mandy Treetzen.

Eine Begehung der Baustelle fand aus Sicherheitsgründen nicht statt. „Ihnen fällt etwas auf den Kopf, und ich gehe ins Gefängnis“, so Architektin Meike Pichler lapidar. Vor allem die Grünen-Politikern Karin Hoffmann bedauerte das: „Das ist ja lächerlich. Und was machen wir denn jetzt hier?“ Den Baufortschritt könne man so ja gar nicht beurteilen. „Die Hauptsache ist doch, dass es voran geht“, sagte Treetzen. Der Fortschritt sei auch von Außen deutlich zu erkennen.

Die Projektleiterin hatte neue Zahlen für die Politiker. Denn die an den KuB-Bau angehängte Sanierung des historischen Rathaus wird wohl mit „einer Summe zwischen 500 000 und einer Million“ zu Buche schlagen und erhöht dadurch die Gesamtkosten entsprechend. „Dabei handelt es sich aber ausschließlich um Sanierungsarbeiten und nicht um Luxus“, so Treetzen. Die Mitglieder des Hauptausschuss nahmen diese Nachricht kommentarlos zur Kenntnis.

Mehr Aufregung gab es um den zukünftigen KuB-Manager. Kann das ein Verwaltungsbeamter sinnvoll machen? Die Mitglieder des KuB-Arbeitskreises, die später zu den Hauptnutzern zählen werden, stellen sich auf dem Posten jemanden aus der Kulturszene vor. Darauf wies Maria Herrmann hin. Die Stellenbeschreibung lese sich hingegen wie „Sachbereichsleiter Kultur“ mit zahlreichen Aufgaben im Verwaltungsapparat. „Wir haben Angst, dass es wieder so läuft wie beim Sportmanager: Viele Erwartungen und am Ende nur Enttäuschung“, so Herrmann. Der parteilose Wolfgang Schmidt unterstützte sie. „Sie wollen einen Kreativen, aber was ich hier lese heißt: Wir suchen einen Verwaltungsmitarbeiter der in einer strengen Hierarchie funktionieren soll.“ Auch der Liberale Hinrich Stange zeigte sich erstaunt. „Ich dachte, es wird eine Art künstlerischer Intendant gesucht. Danach sieht mir das gar nicht mehr aus.“ Hauptamtsleiter Malte Schaarmann erklärte: „Es gibt Gerichtsurteile, die ganz genau sagen, wie so eine Ausschreibung auszusehen hat.“ Auf Antrag der SPD wurde gestrichen, dass eine Verwaltungsausbildung für den Posten ausreicht. Die Mehrheit sprach sich aber gegen den Willen der Sozialdemokraten für eine Ausschreibung der Stelle aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen