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Stormarner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 23:58 Uhr

Bad Oldesloe : Kritik an Kosten der TMS

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Oldesloer Gymnasium hat im Ganztagsbetrieb deutlich höhere Sachkosten als die anderen Schulen. Das sorgte im Sozialausschuss für kritische Nachfragen.

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erstellt am 07.Nov.2014 | 16:16 Uhr

Die Zahl springt schon ins Auge: Während andere Schulen bei der Offenen Ganztagsbetreuung knapp 10 000 Euro Sachkosten haben, sind es bei der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) satte 41 000 Euro. Da hatten vor allem CDU und SPD im Sozialausschuss Klärungsbedarf.

Rektor Henning Bergmann hatte eine simple Erklärung parat: „Wenn ich hochwertige Sachmittel anschaffen kann, kann ich Kollegen motivieren, was anzubieten.“ Mit Speck fängt man Mäuse. An der TMS würden Kurse zur thematischen Ergänzung und Nachbereitung des Unterrichtsangebots besonders nachgefragt. Um das anbieten zu können, bräuchte er Fachpersonal. „Das scheitert aber am Konzept der Stadt. Es sind ja nicht mal Aufwandsentschädigungen möglich“, klagte er: „Das muss schon reine Liebhaberei sein.“ Also ködert er Lehrer mit besonderer Ausstattung. Das sei eine große Chance, grade an G8 Schulen. Mit der zur Verfügung stehenden Summe für den Ganztagsbetrieb ist Bergmann ansonsten „voll und ganz zufrieden“.

Das stellte die Politiker aber nicht zufrieden. Zumal sich herausstellte, dass in der eingereichten Liste mit 50 angebotenen Kursen elf doppelt enthalten waren. „Ein Copy-And-Paste-Fehler“, entschuldigte Silas Olischläger, Ganztagsbeauftragter der TMS, dieses Versehen. Da kam Angela Fehrmann (CDU) nicht umhin zu konstatieren: „Die Anzahl der Kurse wird von Minute zu Minute weniger.“ Sie sprach in dem Zusammenhang von „Bauchschmerzen“.

„Bloß weil das Geld da ist, muss es doch nicht ausgegeben werden“, kritisierte auch Annika Dietel (SPD). „Wir wundern uns, was dort in zwei Jahren für 70 000 Euro angeschafft werden soll“, sagte Hajo Krage (SPD) auf Nachfrage: „Problematisch wird es, wenn Sachen primär für den Unterricht angeschafft werden und so hintenrum das Schulbudget erhöht wird.“ Henning Bergmann machte im Ausschuss deutlich: „Es steht nirgendwo, dass das Geld nicht für Sachkosten ausgeben werden darf.“

Noch hat es keiner laut ausgesprochen, aber es ist noch nicht lange her, dass sich die TMS bitterlich über ihre veraltete EDV-Ausstattung beklagt hatte und sich von Kollegen anhören musste, über Jahre falsche Prioritäten mit dem Budget gesetzt zu haben.

Das von Rektor Bergmann kritisierte Verfahren will die Stadt nicht ändern. „Wir brauchen rechtssichere Verträge“, stellte Fachbereichsleiter Thomas Sobczak klar. Andere Schulen scheinen damit keine Schwierigkeiten zu haben. „Wir haben das Problem gelöst und kommen derzeit gut klar“, erklärt Barbara Richter-Conrad, Leiterin der Theodor-Storm-Schule.

Ebenso wie die Sachkosten, klaffen auch bei den Elternbeiträgen die Einnahmen auseinander. Spitzenreiter ist die Klaus-Groth-Schule mit mehr als 73 000 Euro, gefolgt von der Grundschule West mit gut 52 000 Euro. Die TMS hat 630 Euro eingenommen (Gebühren für ein Spanisch-Zertifikat), die TSS verzichtet auf Elternbeteiligung. „Das ist eine bewusste Entscheidung von unserer Schule für unsere Schule. Das Geld wird immer weniger zu Hause, aber Schule sammelt viel ein. Das soll ein Angebot sein, das die Schüler annehmen können, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob sie es sich leisten können“, erklärt Rektorin Conrad-Richter.

„Da wird doch ein Mehrwert geboten“, wundert sich Angela Fehrmann. Aber solange die Finanzierung des Angebots gesichert sei, will sie die Entscheidung über Gebühren gerne bei der Schule belassen. Sie macht aber auch keinen Hehl aus ihrer Meinung, dass ihr das „Gießkannenprinzip“ nicht gefällt. „Kinder von gut verdienenden Eltern dürfen sich gerne an den Kosten beteiligen“, findet sie: „Wer es sich nicht leisten kann, für den muss es selbstverständlich eine Regelung geben.“

In einer der nächsten Sitzungen soll das Thema erneut auf die Tagesordnung genommen werden.

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