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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 06:40 Uhr

Kritik an Kinderbetreuung

vom

Die Kreiselternvertretung hatte zur Diskussionsrunde in Großhansdorf eingeladen

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Großhansdorf | Es gibt Unzufriedenheit mit der Kinderbetreuung in Großhansdorf. Das machte die Diskussion der Kreiselternvertretung deutlich. Etwa 40 Eltern waren gekommen und stellten den Diskutanten auf dem Podium bohrende Fragen. Denn der Schlüssel für Kinderbetreuung steht oft nur auf dem Papier. Zwei Erzieherinnen für eine Krippengruppe und 1,5 für ältere Kinder sollten die Regel sein. Doch vor allem bei Krankheiten, Mutterschutz oder während der Ferien ist das nicht gewährleistet.

Den Kommunalpolitikern und Verantwortlichen war das teilweise neu. "Informieren Sie uns doch bitte", bat Stefan Kehl von den Grünen. "Das Allerdringlichste ist jetzt eine Vertretungsregelung", forderte eine Mutter.

"Im Extremfall gab es Tage, da waren acht von zwölf Mitarbeiterinnen krank", empörte sich Jessica Pitsch. In der Kita Wöhrendamm sei das eine Woche lang der Fall gewesen. Ersatzpersonal sei nicht zu finden, habe die Leitung aus dem Rathaus erfahren. Eine Elterninitiative habe Hilfe angeboten. "Das war aber nicht gewünscht", bedauerte Jessica Pitsch, "obwohl die Erzieher vor Stress auf dem Zahnfleisch gingen." Das müsse geklärt werden, so Gudrun Apel vom Sozialausschuss: "Wir sind für jede Elternhilfe dankbar, sie kann aber keine ausgebildete Erzieherin ersetzen."

Es scheint als ob die Verwaltung in Großhansdorf lange abwartet, bevor Ersatzkräfte eingesetzt werden. "Erst wenn ein Gruppenbestand akut gefährdet sei oder eine Erzieherin acht Wochen krank ist, gibt es eine Vertretung", das hatte Dr. Christoph Schroeder vom Kirchenvorstand erfahren. "Wir haben doch einen Pool für Notsituationen", wunderte sich Stefan Kehl, der den Bürgermeister vertrat.

Die Elternvertreter hatten eine Bedarfs-Umfrage gemacht. Danach sind die Eltern in den Kitas Wöhrendamm und Vogt-Sanmann-Weg besonders unzufrieden mit den Betreuungszeiten, eine Mehrheit auch im Haberkamp. "Wir müssen an die Schließzeiten ran", sagte Gudrun Apel.

Der Krankenstand sei so hoch, weil die Erzieher oft überfordert seien, so ein Vater: "Es gibt heute keine Reserven, die sind alle für den täglichen Betrieb eingeplant." Schroeder verwies auf das Beispiel Bargteheide: "Dort entscheidet die Kita-Leiterin, wann Vertretungskräfte eingesetzt werden." Eine Verbesserung der Personalsituation würde aber auch die Eltern mehr kosten, ihre Beiträge stiegen, warnte Kehl.

Einig waren sich die Diskutanten, dass der Personalschlüssel von 1,5 für Elementargruppen verlässlich eingehalten werden muss - auch in der Ferienzeit. Einen Puffer über Arbeitszeitkonten schlug Hans-Karl Limbach vor. "Wir sollten im Sozialausschuss in Kontakt mit den Elternvertretern bleiben", regte Sabine Rautenberg an.

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