Krippenplätze verzweifelt gesucht

Warteliste mit rund 270 Namen in Ahrensburg / Hilfe aus der Bevölkerung erhofft

shz.de von
15. März 2017, 14:30 Uhr

Die Situation ist dramatisch: Keine freien Krippenplätze und keine Chancen, schnell geeignete Räume zu finden. Das mussten zahlreiche Ahrensburger Eltern im Sozialausschuss am Dienstagabend zur Kenntnis nehmen. Zwar soll auf dem Gelände der Heimgartenschule am Reesenbüttler Redder eine neue Kindertageseinrichtung gebaut werden – die Planungskosten hattte der Ausschuss am Dienstag einstimmig beschlossen – doch die dürfte kaum vor 2018 fertig sein. Rund 270 Kinder sind auf den Wartelisten verzeichnet, „wir schaffen es nicht mehr“, musste Bürgermeister Michael Sarach eingestehen, „die Entwicklung hat uns einfach überrollt“, verwies der Verwaltungschef auf die Tatsache, dass in der Stadt die Zahl der Plätze seit 2010 von 900 auf 1900 erhöht wurde – eine Investition von rund zehn Millionen Euro. Nur: Mehr junge Familien als gedacht zogen nach Ahrensburg, der Platz reicht nicht.

„Ganz bewusst“, so Sarach, habe er eine bereits abgelehnte Beschlussvorlage noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt – die Einrichtung einer zweigruppigen Krippeneinrichtung in einem früheren Restaurant an der Hagener Allee 5. Allerdings schaffte es diese Vorlage auch im zweiten Anlauf nicht. Zu hohe Miete und die nicht gerade optimale Verkehrslage sind nach Meinung des Ausschusses Hindernisse. „Aber ich habe etwas anderes erreicht, nämlich das Signal der Politik, aufs Tempo zu drücken und Alternativen zu suchen“, appellierte auch die Ausschussvorsitzende Doris Brandt (CDU) an die Öffentlichkeit, geeignete Räume für Kinderkrippen zur Verfügung zu stellen.

„Wir sollten jetzt schon in größeren Dimensionen planen, sonst fällt uns das Problem im kommenden Jahr wieder auf die Füße“, warnte Béla Randschau (SPD). Aus rechtlichen Gründen verworfen wurde die Einrichtung einer Kita in der Flüchtlings-Containeranlage am Kornkamp, nicht ausgeschlossen wurde dagegen eine zweie Einrichtung im Baugebiet Erlenhof. Weil „nicht zuständig“ gab der Ausschuss die Frage nach dem zeitlichen Umfang der Stelle der Gleichstellungsbeauftragten an den Hauptausschuss und die Stadtverordnetenversammlung (27. März) weiter. Die Stelle soll halbiert werden, die andere Hälfte soll der Aufgabe Inklusion zugeordnet werden.

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