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Streit um Gerätehaus : Kreis lehnt Standortwahl ab

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Klatsche für Kommunalpolitiker in Reinbek: Neue Feuerwache für Reinbeker Wehr darf nicht auf dem Betriebshofgelände gebaut werden. Die vorgeschriebenen Hilfsfristen können nicht für das ganze Stadtgebiet eingehalten werden.

Nächste Runde im Streit um eine neue Rettungswache für Reinbek. Ende November hatten sich Feuerwehr- und der Bauausschuss gegen die Empfehlung von Stadt, Kreis, Feuerwehrunfallkasse und Feuerwehr selbst für den Baubetriebshofs als Standort ausgesprochen. Problem: Von der Hermann-Körner-Straße kann laut Gutachten die vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten nicht für ganz Reinbek eingehalten werden. Das gilt vor allem für Hinschendorf mit rund 200 Einwohnern, aber auch für den Ziegelkamp und Teile des Gewerbegebiets.

Diese Bewertung unterstreicht jetzt noch einmal der Kreis Stormarn als Fachaufsichtsbehörde. Der Bauhof sei nicht geeignet, heißt es in der Stellungnahme, die der Stadt Reinbek am Dienstagabend zuging. Die Kommune sei deshalb in der Pflicht, einen anderen Standort zu wählen oder einen zusätzlichen Standort für eine zweite Feuerwache vorzuhalten.

Das ist weder von der Feuerwehr gewollt noch finanzierbar, auch wenn die Gremien diese Frage bewusst offen gelassen hatten. Klaus-Peter Puls, der als SPD-Urgestein im Streit um den Neubau zurück- und aus der Partei ausgetreten war, hatte als mittlerweile parteiloser Stadtverordneter beantragt, einen zweiten Feuerwehr-Standort auszuschließen. Das lehnten SPD, CDU und Grüne ab, obwohl sie wie Puls Befürworter der Bauhof-Lösung sind.

Weil die theoretische Möglichkeit für den zweiten Standort weiter besteht, war Bürgermeister Axel Bärendorf jedenfalls nicht in der Pflicht, Widerspruch gegen den Beschluss einzulegen. Der Verwaltungsschef plädiert ebenso wie der Kreis für den Mühlenredder als neuen Standort. Dabei spielen nicht nur die Ausrückzeiten eine Rolle, sondern auch die Anrückzeiten: Für die meisten Feuerwehrleute ist der Weg in der Hermann-Körner-Straße mehrere Minuten länger. SPD, CDU und Grüne lehnt den Mühlenredder ab, weil sie durch die Feuerwache Gefahren für die Kinder in der benachbarten Grundschule sehen.

Heute will sich Axel Bärendorf zum weiteren Vorgehen äußern. Für Anja Kühl, Leiterin des Kreisordnungsamtes ist die Gesetzeslage eindeutig: Wenn es weder einen geeigneten noch einen zweiten Standort gebe, „kann ich nicht sehenden Auges zuschauen. Dann müssten wir einschreiten und anweisen.“ Zunächst sind aber Stadt und Politik am Zug.

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erstellt am 09.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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