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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 01:07 Uhr

Schwerer Stand : Kreativ, um zu überzeugen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seniorenbeiräte aus der Region treffen sich in Bargteheide zum Erfahrungsaustausch. Kernthemen waren Verkehr und der Abbau von Hürden.

Barrieren im Alltag waren das wichtigste Thema beim Treffen der Seniorenbeiräte aus Stormarn und Lauenburg in Bargteheide. 27 Vertreter waren dazu ins Seniorendorf gekommen, um Erfahrungen auszutauschen und zu diskutieren. Und der Verkehr spielte dabei eine wichtige Rolle.

„In Itzehoe haben wir es geschafft, die Ampelphasen für Fußgänger um drei Sekunden zu verlängern“, berichtete Burkhard Ehlers vom Landesseniorenrat. So können ältere Bürger dort jetzt die Straßen mit weniger Hektik überqueren. Um die Verwaltung für Barrieren im öffentlichen Raum zu sensibilisieren, sind die Senioren kreativ: „Wir haben unseren Bürgermeister für einen Tag in den Rollstuhl gesetzt“, sagte Wolfgang Schaar aus Glinde. Jetzt würden Bordsteine abgesenkt und der Zugang zu einem großen Neubaugebiet umgestaltet.

Auch in Oststeinbek wurden die Barrieren aufgelistet. „Wir haben es geschafft, einen Zebrastreifen in einer Tempo-30-Zone durchzusetzen“, so Dieter Schlenz. Der Bürgermeister habe das entsprechende Verkehrsschild einfach um 50 Meter versetzen lassen. Bis alle Hindernisse beseitigt seien, werde es aber wohl noch Jahrzehnte dauern. In Barsbüttel sind Forderungen nach einem Zebrastreifen in der 30er-Zone an der Verkehrsaufsicht gescheitert. „Die Behörde verweigert sich uns oftmals“, stellte Ehlers fest. Auch in Barsbüttel wurden Hindernisse im Alltag erkundet. „Wir haben dafür Schüler eingeladen und in den Rollstuhl gesetzt“, so Werner Schlüter.

Das Konzept des Bargteheider Seniorendorfs findet viel Anklang. „Wir konnten die Politik in Oststeinbek davon überzeugen“, sagte Schlenz, „im kommenden Jahr wird wohl der Grundstein für 150 kleinere Wohneinheiten gelegt.“ Geplant seien auch öffentlich geförderte Wohnungen.

„Das Seniorendorf findet viel positive Resonanz“, berichtete Bargteheides Bürgermeister Dr. Henning Görtz. Verschiedene Wohnformen in zentraler Lage, zum Teil auch öffentlich gefördert, hätten sich als gutes Konzept erwiesen. Die Lage beim Schulzentrum verbinde Alt und Jung. „Dorthin wird noch ein Mehr-Generationen-Weg entstehen“, so Görtz, „mit Spiel- und Sportgeräten und Plätzen zum Verweilen.“ Der Seniorenbeirat beteilige sich aktiv an den Planungen: „Er steht mitten im kommunalpolitischen Leben und sorgt auch für Freizeitangebote.“

Ehlers wies auf die Planungshilfen durch Workshops der Bertelsmann-Stiftung hin. „So können Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungsbau und Verkehr so gestaltet werden, dass generationsübergreifendes Leben möglich wird.“ Die Kosten für einen solchen Workshop lägen bei 5000 Euro, davon trage die Landesregierung die Hälfte.

„Der runde Tisch Senioren ist im Kern weiterhin aktiv“, berichtete Reiner Ottersbach, der Vorsitzende des Bargteheider Beirats. Im kommenden April werde zum dritten Mal eine Messe zu diesem Thema veranstaltet. „Von den Standgebühren der professionellen Aussteller finanzieren wir unsere Vorträge. Zuletzt hat eine Ärztin über Schlaganfall informiert.“

Ehlers ermutigte die Beiräte, das Thema Tod und Sterben nicht zu tabuisieren: „Wagen sie es.“ Bei einer solchen Veranstaltung mit Bestattern, Pastoren und der Friedhofsverwaltung sei eine interessante Diskussion entstanden. „Als das Eis einmal gebrochen war, haben wir zweieinhalb Stunden miteinander gesprochen.“

Nach der Diskussion stand Bewegung auf der Tagesordnung. Unter dem Motto „Mitten im Leben – fit im Alter" sorgte Verena Lemm vom Kreissportverband mit kleinen Übungen für Abwechslung. Mit einer Besichtigung des Seniorendorfs unter Leitung von Inhaber Mathias Steinbuck ging die Fachtagung weiter, anschließend diskutierte er mit den Besuchern.




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