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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 07:52 Uhr

Krankenstand bleibt hoch

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Gesundheitsmanagement in der Kreisverwaltung erzielt keine statistisch zählbaren Erfolge

von
erstellt am 15.Mär.2016 | 12:58 Uhr

Sechs Jahre Gesundheitsmanagement in der Kreisverwaltung haben es nicht geschafft, den Krankenstand nach unten zu drücken. 2009 hatte die Krankenquote mit 5,8 Prozent vermeintlich den Höhepunkt, gemeinsam mit der Barmer stieg man 2010 ins Gesundheitsmanagement ein. „Wir erwarten keine superschnellen, aber nachhaltige Lösungen“, hatte Personalerin Larissa Bebensee (Foto) seinerzeit gesagt.

2012 lag der Krankenstand mit 6,1 Prozent zwar fast doppelt so hoch wie in der freien Wirtschaft, dennoch zeigte sich Larissa Bebensee optimistisch: Es gebe viele positive Rückmeldungen von den Mitarbeitern. Und Heike Thomsen von der Barmer konstatierte „deutliche Verbesserungen bei Muskel- und Skelett-Beschwerden“. Zudem habe das Bewusstsein für Eigenverantwortung „elementar zugenommen“.

Drei Jahre später hat das allerdings noch nicht dazu geführt, dass die Kreisverwaltung „gesünder“ wäre. 2015 war jeder Beschäftigte durchschnittlich 15,1 Tage krank (ohne Kuraufenthalte), die Quote erreicht wieder sechs Prozent. Die oft gehörte Begründung, dass die Zahlen durch einige wenige Langzeiterkrankte nach oben getrieben würden, greift für 2015 nicht. „Der positive Trend bei den Langzeiterkrankungen hat sich fortgesetzt“, heißt es im Personalbericht. Es waren zwar mehr Beschäftigte länger als 30 Tage krank, aber insgesamt weniger Tage. Auch die immer wieder angeführte Überalterung trägt argumentativ nicht. Im vergangenen Jahr hat der Kreis viele eingestellt, das Durchschnittsalter sank leicht auf 46 Jahre.

Gerade mit Blick auf die Demographie könne man das Gesundheitsmanagement aber nicht lassen, sagt Bebensee. Bis 2025 geht fast ein Drittel der über 600 Kreisbeschäftigten in den Ruhestand, bis 2035 knapp zwei Drittel. Es wird mehr Ältere in der Verwaltung geben, es muss mehr Nachwuchs eingestellt werden, und weil alle dasselbe Problem haben, steigt die Fluktuation. In einem Fachdienst wechselte fast die komplette Belegschaft, so dass die Abteilung kaum mehr arbeitsfähig war.

Die Zahl der Ausschreibungen hat sich seit 2009 mehr als verdreifacht, die Zahl der Bewerbungen nahezu versechsfacht. Ein Gesundheitsmanagement, das in Richtung „Wohlfühlen“ geht, spiele in den Gesprächen durchaus eine Rolle, so Larissa Bebensee. Insgesamt ist die Besetzung aber schwieriger geworden, weil Bewerber Termine sausen lassen, trotz Zusage wieder absagen oder sich in der Probezeit zeigt, dass sie die Anforderungen nicht erfüllen.

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