Bargteheide : Kraftakt für Fledermäuse

„Hier werden so genannte Overhops als lebende Barrieren für tieffliegende Fledermäuse gepflanzt“, erläutert Thomas Degenhardt von der Bargteheider Umweltabteilung.
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„Hier werden so genannte Overhops als lebende Barrieren für tieffliegende Fledermäuse gepflanzt“, erläutert Thomas Degenhardt von der Bargteheider Umweltabteilung.

„Anti-Tiefflug-Maßnahmen“ am Westring kosten viel Geld. Die Stadt investiert bis zu 80 000 Euro für den Schutz der Fledermäuse.

shz.de von
24. März 2016, 06:00 Uhr

Fledermäuse verzögern nicht nur den Weiterbau der Autobahn 20 und den dritten Teil der Bargteheider Westumgehung. Sie sorgen jetzt auch beim zweiten Abschnitt des Westrings für zusätzliche Kosten. Weil ihr Ultraschall-Ortungssystem fahrende Lkw zu spät erkennt, müssen sie von Tiefflügen bei der Dämmerungsjagd abgehalten werden. Das wird mit so genannten „Overhops“ erreicht, die Fledermäuse auf höhere Flugbahnen zwingen.

Normalerweise wird das durch Anpflanzungen erreicht. An zwei Stellen des mittleren Westrings hat das auch geklappt, an einer dritten aber nicht. „Wir hätten dort ein Netz spannen können, aber dafür hätten wir den gesamten Plan ändern müssen“, so Bürgermeister Dr. Henning Görtz. Deshalb werden an der fraglichen Stelle beim Klärwerk jetzt vier bis sechs Meter hohe Hainbuchen angepflanzt. Das könnte bis zu 80 000 Euro kosten, so Bauamtsleiter Jürgen Engfer.

Die Arbeiten sind inzwischen fast abgeschlossen. Die Hainbuchen stehen beiderseits des Westrings so dicht nebeneinander, dass sie ein Hindernis für tieffliegende Fledermäuse darstellen. Für den Lückenschluss der Westumgehung muss der bestehende Plan noch geändert werden. Weil sich die Fledermäuse bei ihrer Jagd gern an den Redder-Strukturen orientieren, muss die Einmündung der geplanten Kreuzung des Westrings mit der Kruthorst versetzt werden. Redder sind typische Wirtschaftswegstrukturen, die beiderseits von Knicks gesäumt werden.

„Etwa vier bis sechs Meter Knick müssen dafür entfallen“, sagt Thomas Degenhardt von der Umweltabteilung der Stadt. Die südliche Einmündung der Kruthorst werde nach Nordosten versetzt, damit der Kreuzungscharakter wegfällt. Sie trifft damit nicht mehr auf die Fortsetzung dieser Straße nach Norden, die auf einem Bauernhof endet.

Die Bauplanung muss deshalb neu aufgerollt werden, was erfahrungsgemäß gut ein Jahr dauert. Dann folgt die Ausschreibung des Bauauftrags. Baubeginn könne wohl 2018 sein, so Degenhardt: „Wir versuchen das Verfahren so zügig wie möglich umzusetzen.“



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