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Kreis Stormarn : Kräftiger Schluck aus der Pulle

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kreisverwaltung baut immer mehr Personal auf. Nächstes Jahr rund zehn echte Stellen zusätzlich

von
erstellt am 28.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Nach 2016 will die Kreisverwaltung bei der personellen Ausstattung erneut deutlich zulegen. Von 2016 auf 2017 war die Zahl der Planstellen in Verwaltung und Einrichtungen um 28 auf 578,34 gestiegen. Und auch 2018 soll es einen kräftigen Schluck aus der Pulle geben. Die Zahl der Planstellen der Verwaltung und den Einrichtung soll auf 597 steigen. Das sind knapp ein Drittel mehr als 2009.

Nominell sind es für nächstes Jahr rund 18 zusätzliche Stellen, sechs davon sind aber so genannte Beamtenstatus-Stellen, die nicht mit Geld hinterlegt sind. Sie sollen bei der Personalabteilung angedockt werden und Flexibilität schaffen – zum Beispiel, um einen Beamten einstellen zu können, der sich auf eine Angestellten-Stelle beworben hat.

Den größten Personalaufbau soll es mit acht Extra-Stellen erneut im Sozialbereich geben, was vor allem gesetzlichen Änderungen geschuldet ist. Im Unterhaltsvorschuss war die Mitarbeiterzahl auf vier verdoppelt worden, im nächsten Jahr sollen es sechs Sachbearbeiter sein. „Die Fallzahlen haben sich durch die Gesetzesänderung fast verdoppelt“, sagt Landrat Henning Görtz.

Auch im Allgemeinen Sozialdienst und im Pflegebereich sorgen die gesellschaftliche und die demographische Entwicklung für steigende Fallzahlen. „Für jeden einzelnen muss ein Pflegeplan erstellt werden. Das bindet Ressourcen“, so der Landrat.

Die Heimaufsicht soll um eine Person verstärkt werden, weil es häufiger unangemeldete Kontrollen gibt, weil Angehörige Missstände melden. Einen zusätzlichen Kontrolleur soll es zudem im Bereich Waffenrecht geben. Eine halbe Stelle ist für das Prostitutionsschutzgesetz vorgesehen. In Schleswig-Holstein sind dafür die Kreise zuständig. Sie sollen die Einhaltung der Mindestanforderungen und die Betriebskonzepte prüfen. Laut Gesetz müssen sich Prostituierte bei der Zentralstelle in Neumünster melden. Aber spielt Prostitution in Stormarn ein Rolle? Görtz: „Ich habe keine Ahnung, ob’s Anmeldungen gibt.“

Weitere Stellen sind für einen IT-Systemadministrator in der Rettungsleitstelle vorgesehen, der aber von den Kassen und drei Kreisen bezahlt wird. Ein weiterer Vollstreckungsbeamter soll sich allein durch die Mehreinnahmen finanzieren. Ähnliches gilt für eine zusätzliche Stelle im Gutachterausschuss. Sie ist nötig, weil bei Städtebauförderung wie in Ahrensburg alle Grundstücke bewertet werden müssen. Die dafür fälligen Gebühren sollen für die Stelle ausreichen. Abzüglich der refinanzierten, der Status-Stellen und der Einsparungen bleiben rund zehn tatsächlich echte Mehrstellen übrig, die der Landrat angemeldet hat. „Ich hätte mir auch gewünscht, dass es weniger Stellen sind, aber im Vergleich der Kreise sind wir damit sogar noch am unteren Limit. Natürlich kann man über alles reden, aber es ist weder Luxus dabei noch Verhandlungsmasse. Vergangenes Jahr haben wir im Stellenplan die Flüchtlingsproblematik nachvollzogen, jetzt sind es steigende Anforderungen im Sozialbereich“, sagt Landrat Görtz.

Die beiden großen Fraktionen von CDU und SPD treffen sich an diesem Wochenende zu ihren Haushalts-Klausuren, bevor der Etatentwurf am Montag im Finanzausschuss erstmals auf der Tagesordnung steht. „Dass irgendetwas kommen muss, liegt auf der Hand. Im Sozial- und Jugendbereich haben wir ja nicht gerade weniger zu tun“, sagt SPD-Fraktions-Vorsitzender Reinhard Mendel. Bei der CDU war man über den Stellenzuwachs „einigermaßen erstaunt“, so Fraktionschef Joachim Wagner: „Das klingt alles plausibel, aber ich weiß nicht, ob das alles auch notwendig ist. Wir werden den Landrat eingehend dazu befragen.“

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