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Bad Oldesloe : Krach mit Agenturchef – platzt das Kringel-Logo?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Diskussion um eine neue Wort-Bild-Marke für Oldesloe hängt nach einem Eklat im Hauptausschuss in der Luft. Zukunft ungewiss.

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erstellt am 19.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Bad Oldesloe und sein Logo – eine Liebeshochzeit wird das nicht mehr. Im Gegenteil: Im Moment stehen die Signale eher auf Trennung.

Die Agentur Orange Cube hat sich bei einem Wettbewerb für ein neues Logo der Stadt als Sieger durchgesetzt. In dem Entwurf wird der Stadtname in einer einfachen, klaren, dicken, leicht kursiven Schrift geschrieben. Das O von Oldesloe ist durch einen Kreis aus drei farbigen Kreisen ersetzt. Darunter steht in einer dünneren Schrift „Die Beste Trave Stadt“. Agentur-Chef Tim Krüger erläuterte das Logo, es gab eine Diskussion, aus der sich leichte Änderung ergaben und am Ende einen eindeutigen 9:2-Beschluss. In der Stadtverordnetenversammlung wenige Tage später kippte die Stimmung. Nach heftiger Kritik unter anderem von Hendrik Holtz (Linke) an der Agentur wurde das Thema zurück in den Hauptausschuss verwiesen (wir berichteten).

In der jüngsten Hauptausschusssitzung eskalierte die Diskussion dann. Tim Krüger steckte die Kritik nämlich nicht einfach weg, sondern teilte ebenfalls aus und sprach dem Hauptausschuss letztlich sogar die Entscheidungskompetenz ab. Er sei zu einem Arbeitskreis mutiert, so Krüger.

Ein Teil der Diskussion, bei der es um die im Wettbewerb unterlegenen Beiträge gehen sollte, hätte auf Wunsch der Verwaltung im nichtöffentlichen Teil geführt werden sollen. Doch dafür gab es nicht die erforderliche Mehrheit. Bürgermeister Jörg Lembke schritt daraufhin ein und kassierte den Beschluss – damit war das Thema von der Tagesordnung – auch in der folgenden Stadtverordnetenversammlung.

Auf der rein formalen Ebene hat der Bürgermeister jetzt zwei Wochen Zeit, seinen Widerspruch zu begründen. „Dann muss man sehen“, sagt Ausschuss-Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU): „Ich weiß nicht, was wird und wie es weiter geht.“ Es gebe Anzeichen, dass die Agentur gar nicht mehr mit Oldesloe zusammenarbeiten wolle.

Davon will Tim Krüger nichts wissen: „Wir ziehen das Logo nicht zurück.“ Zwei weitere Vorgehensweisen wären denkbar. „Wir haben den Wettbewerb gewonnen“, sagt Krüger: „Wir könnten jetzt einfach unsere Rechnung stellen.“ Das wolle er aber auch nicht. „Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden. Wir lassen das jetzt erst mal eine Weile sacken“, schlägt Krüger vor: „Ich bin nach wie vor von dem Logo überzeugt.“

Die ganze Geschichte mit Markenkern, Leitsätzen und Logo zieht sich schon seit einigen Jahren hin. 2012 war eine Arbeitsgruppe beauftragt worden, Markenkern und Leitsätze zu überarbeiten. Bereits 2014 war der Wettbewerb beschlossen worden. Da sich aber weder am Markenkern noch an den Leitsätzen groß etwas geändert hat, haben die Stadtverordneten am 29. Februar 2016 beschlossen: „Die bestehende Wort-Bild-Marke ist in den Kernelementen aufgrund der inhaltlich bestätigten Ausrichtung beizubehalten, eine behutsame Auffrischung sowie die Darstellbarkeit für Webmedien gilt es zu erarbeiten.“ 500 Euro waren dafür eingeplant. Das benötigte Anwenderhandbuch sollte von der Verwaltung erstellt werden. Dafür waren 3500 Euro im Haushalt eingestellt. Für 1500 Euro sollte die Wortbild-Marke geschützt werden. Aktuell sollen Logoentwurf, Handbuch und Markenschutz zusammen knapp 16  000 Euro kosten.

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