Bad Oldesloe : Kostenfaktor Bücherei

Kann sich sehen lassen: Die Bücherei in Bad Oldesloe ist ein Schmuckstück.
Kann sich sehen lassen: Die Bücherei in Bad Oldesloe ist ein Schmuckstück.

Die Bibliothek kostet die Stadt jedes Jahr fast 600 000 Euro – Tendenz steigend. Kostensenkung ist kaum möglich.

Andreas Olbertz. von
10. März 2018, 08:00 Uhr

Die Stadtbibliothek ist Bad Oldesloe lieb und vor allem teuer. Der jährliche Zuschussbedarf nähert sich schrittweise der 600 000 Euro Marke, der sogenannte Kostendeckungsgrad sinkt von ehemals knapp 24 auf unter 20 Prozent. „600 000 Euro, das ist eine Größenordnung bei unserem defizitären Haushalt“, sagte Dieter Hoffmann (CDU). Für Hildegard Pontow (CDU) ist das ein Alarmsignal. „Gibt es da gar kein Limit bei der Bücherei?“, wollte sie wissen. Bürgermeister Jörg Lembke erläuterte, dass die Rahmenbedingungen vom Büchereiverein vorgegeben seien. „Kürzungen sind kaum noch möglich, sonst fliegen wir da raus und bekommen dann keine Zuschüsse mehr“, so Lembke. Immerhin beteiligt sich das Land mit knapp 50 000 Euro.

Ein deutlich rückläufiger Einnahme-Posten der Bücherei sind die Benutzungs- und Säumniszuschläge. Weil Nutzer per Mail an den Ablauf der Leihfrist erinnert werden und auch online verlängern können, sind in den vergangenen Jahre mehr als 10 000 Euro Säumnisgebühren weggebrochen.

Seitens der Verwaltung kommt alljährlich der Vorschlag, die Nutzungsgebühren anzuheben. „Es ärgert mich, dass das immer wieder kommt. Dafür gibt es keine politische Mehrheit“, beschwerte sich Annika Dietel (SPD) Doch das interessiert den Bürgermeister nicht. Er verwies auf einen Beschluss des Finanzausschusses von 2012, dass ein Deckungsgrad von 25 Prozent anzustreben sei. Ob der mit Gebührenerhöhungen zu erreichen ist, darf angezweifelt werden. Dieter Hoffmann: „Selbst wenn wir die Gebühren verdoppeln, wäre das Minus noch gigantisch.“

Fast ein Drittel der Büchereinutzer stamme von außerhalb. Das brachte Hildegard Pontow auf den Gedanken, mit einer Oldesloe-Karte mehr Geld einnehmen zu können. Das verwarf der Verwaltungs-Chef allerdings, denn für derartige Aufgaben erhalte die Stadt schließlich Zentralitätsmittel.

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