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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 00:25 Uhr

Ahrensburg : Komplettpaket für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erste Wohnungen in Innungsqualität in Ahrensburg errichtet. Ammersbek und Bargteheide folgen.

Für die Unterbringung von Flüchtlingen stellt die Bauwirtschaft komplett durchgeplante Projekte bereit, die kurzfristig und an jedem Ort umsetzbar sind. In Ahrensburg wurden bereits vier Wohngebäude errichtet, in Bargteheide und Ammersbek sowie in Lauenburg sind sechs im Bau. Zwischen dem Beginn der Erdarbeiten und dem Einzug liegen lediglich zwölf Wochen.

In der Schlossstadt sind an drei Standorten – am Reeshoop gegenüber dem Badlantic sowie in den Straßen Lange Koppel und Ahrensburger Kamp – zweigeschossige Gebäude in Holzbauweise entstanden, jeweils mit 240 Quadratmetern Wohnfläche für 25 Personen. Sollten die Häuser nicht mehr von Flüchtlingen bewohnt werden, können sie in Sozialwohnungen umgewandelt werden.

Bauherr ist die Stadt, Projektleiterin die Architektin Sjarai de Vries, Ausschreibung und Bauleitung liegen beim Ahrensburger Architekturbüro Hörnes. Die Bauarbeiten wurden von der Zimmerei Hans-Heinrich Hamdorf aus Fahrenkrug ausgeführt. Der Innungsbetrieb hat das Projekt inklusive Photovoltaikanlage entwickelt und für die Internetplattform der Bauwirtschaft bereitgestellt. Unter www.bau-sh.de/schneller-wohnraum-bauen-mit-iq finden sich 15 genehmigungsreife Planungen von funktionalen Wohneinheiten bis zu mehrgeschossigen Wohngebäuden in Holz- und Massivbauweise.

In Bargteheide und in Ammersbek (Schäferdresch 49) werden je zwei zweigeschossige Häuser in Holzbauweise errichtet, die Ende Januar, in Bargteheide Ende Februar schlüsselfertig übergeben werden. Jedes Haus verfügt über vier 60-Quadratmeter-Wohnungen für jeweils sechs Personen. Im Sinne einer Nachnutzung wurde pro Wohnung eine nichttragende Trennwand eingesetzt, sodass aus der jetzigen Vier- bei Bedarf eine Drei-Zimmer-Wohnung werden kann.

Das Konzept wurde als Gemeinschaftsprojekt von „pro Flüchtling + Bürger“ entwickelt. Der Initiative gehören acht Zimmereibetriebe an, die im Verbund über eine Kapazität von 100 Häusern pro Jahr verfügen. Ausgeführt werden die Projekte in Bargteheide und Ammersbek von Holzbau Gehrmann aus Hoisdorf als Generalunternehmer.

„Dass erste Flüchtlingswohnungen bezogen werden, zeigt, wie schnell die Bauwirtschaft reagiert. Bei allen Gebäuden handelt es sich um soliden, langlebigen und nachhaltigen Wohnraum in Innungsqualität“, sagt Erik Preuß vom Holzbauzentrum Schleswig-Holstein. Kommunen oder Investoren können das Komplettpaket für die Gebäudeerstellung oder nur die Nutzungsrechte für die Baupläne erwerben.

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