Kompakte Konferenz für die Kultur

Bürgermeister Tassilo von Bary wird für einen Sketch der Oldesloer Bühne von Marlies Jacobs eingekleidet, geschminkt und geht  buchstäblich am Stock.
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Bürgermeister Tassilo von Bary wird für einen Sketch der Oldesloer Bühne von Marlies Jacobs eingekleidet, geschminkt und geht buchstäblich am Stock.

Um die Kultur weiter voranzutreiben, bedarf es eines gemeinsamen Kraftaktes. Stärke wurde jetzt bereits bei einem ersten Treffen im Bad Oldesloer Bürgerhaus demonstriert.

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24. August 2009, 09:59 Uhr

Bad Oldesloe | Rund 300 Vereine gibt es in Bad Oldesloe und Umgebung, ein Teil davon widmet sich der Kultur im weitesten Sinne. Diese Vereine seien ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern könne, findet Tassilo von Bary. "Kultur kann ein Markenzeichen von Bad Oldesloe werden", so der Bürgermeister, der am Sonnabend rund 50 Mitglieder und Engagierte aus neun Vereinen und Einrichtungen begrüßte. Ziel war es, sich noch besser kennenzulernen.

Zu diesem ersten Treffen unter dem Motto "Kultur-Kompakt" hatte die Oldesloer Bühne eingeladen, und fast alle, die angeschrieben worden waren, waren der Einladung ins Bürgerhaus gefolgt. "Viele der in der Stadt engagierten Kulturschaffenden kennen sich gar nicht, das wollten wir ändern", sagt Ralf Denert von der Oldesloer Bühne. Es habe zwar schon drei, von der Stadt organisierte Treffen gegeben, doch da sei es mehr um das neue Kultur- und Bildungszentrum gegangen. Jetzt wolle man sich innerhalb des Kulturnetz werkes noch besser kennenlernen und ausgiebig miteinander sprechen, erläuterte Bühnenmitglied Kaus Kuhlke. "Es ist wichtig, dass neue Kooperationen entstehen, neue Ideen entwickelt und Kompetenzen auf den Punkt gebracht werden", so Kuhlke. Das Projekt Kultur-Kompakt sei eine geeignete Plattform dafür, nun müsse es langsam wachsen, regelmäßige Treffen seien geplant. "Wir haben einen festen Kern, jetzt müssen wir noch verschmelzen", meinte Ralf Denert.

Der Anfang der "Kernschmelze" war jedenfalls recht vielversprechend. Alle Vereine hatten eine Präsentation ihrer Arbeit und Projekte vorbereitet. Die Oldesloer Ballettschule "Lingua Quieta" wurde durch fünf junge Ballerinas vertreten, die für ihre Tanzdarbietung viel Beifall erhielten. "Wir sind das erste Mal bei einem Treffen dabei, es ist super hier", sagte Leiterin Katharina Gutzeit, die immer noch auf der Suche nach größeren Räumlichkeiten für ihre Ballettschule ist.

Das Musikerforum Klangstadt präsentierte sich selbstredend musikalisch mit Hits von Joe Cocker und den Rolling Stones, die Patrick Niemeier und Till Weber auf der Gitarre zum Besten gaben. "Wir kennen uns hier zwar fast alle, aber wenn nur zwei neue Leute kommen, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt", so Weber.

Neu dabei war Dinah Buss, Vorsitzende des Freundeskreises Kolberg, die die Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt an der Ostsee vorstellte. Das Mehrgenerationenhaus Oase, das immer für eine Überraschung gut ist, hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen. Mitarbeiterinnen stellten die vielen verschiedenen Projekte und Aktivitäten ihres Vereins als witziges Puppentheater vor. Und die Oldesloer Bühne machte, wie der Name schon sagt, den Kulturhof kurzerhand zur Bühne und improvisierte einen Sketch, der zeigen sollte, wie ein aufführungsreifes Stück entsteht. Bürgermeister Tassilo von Bary hatte hier unversehens eine kleine Rolle zu spielen, was er bravourös meisterte.

Der rührige Verein "Bad Oldesloe macht Theater" stellte sein neuestes Open-Air-Projekt "Marke Bölck" vor, einen Liebesthriller mit Musik. Der Altstadt-Verein und der Verein FIT zeigten kurze Filme, und die Frauen von Bella Donna hatten einen Infotisch vorbereitet. Als "Spinner" outete sich Hardy Fürstenau. Der Oldesloer Grafikdesigner hatte ein fantasievolles Logo für das neu gegründete Kulturnetzwerk entworfen. Kuno (für Kulturnetzwerk Bad Oldesloe) heißt die lustige Spinne, die auf einem bunt gestreiften Hintergrund munter ein Netz spinnt. "Das Kulturnetzwerk muss visualisiert werden", kommentierte der Designer sein farbenfrohes Werk, das noch zur Abstimmung steht. Die Spinne sei ein Netzwerker und die Kulturschaffenden somit auch "Spinner", was allerdings nicht bei jedem auf volle Zustimmung stieß. Das Forum der Oldesloer Kulturschaffenden müsse nun weiter wachsen und Eigendynamik entwickeln, meinte Ralf Denert. "Wir sind zu allen Schandtaten bereit", so der 2. Vorsitzende der Oldesloer Bühne.

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