Kommunen bangen um Regionalschulen

Gemeindetag fordert längere Frist und möchte Wahlfreiheit einschränken

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15. Juli 2013, 12:03 Uhr

kiel | Kommunen befürchten eine Schließungswelle unter weiterführenden Schulen. Anlass ist die kurze Frist, die das künftige Schulgesetz bisherigen Regionalschulen für die Umwandlung zu Gemeinschaftsschulen zum August kommenden Jahres gibt. Der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag (SHGT) fordert dafür mindestens zwei Jahre. Sonst hätten die Schulen keine faire Chance, ein konkurrenzfähiges Ganztagsangebot zu entwickeln.

SHGT-Geschäftsführer Jörg Bülow sieht die auslaufenden Regionalschulen in einer ungünstigen Ausgangslage: "Die Gemeinschaftsschulen sind bereits im Wettbewerb um die Jugendlichen etabliert. Sie verfügen über ein Profil, haben in der Regel Mittagsverpflegung und Ganztagsangebote. An den Regionalschul-Standorten muss all dies erst geschaffen werden. Dafür ist ein Jahr bitter kurz." Bülow schlussfolgert: "So steigt die Gefahr, dass Schülerzahlen unterschritten werden und Standorte schließen müssen."

Bereits nach einem Jahr sieht der Entwurf des Schulgesetzes das Aus vor, wenn im kommenden Schuljahr die Mindestzahl von 240 Kindern nicht erreicht wird. Nach alter Rechtslage wurde zunächst zwei Jahre abgewartet, wie sich die Nachfrage entwickelt. "Der Verlust einer Schule hat dramatische Folgen für die Wohnqualität und das soziale Leben einer Gemeinde oder Stadt", warnt Bülow. Damit drohten auch Räumlichkeiten etwa für Volkshochschul- oder Musikschulkurse wegzufallen. Die Kommunen sorgen sich bei weniger Schulstandorten auch um höhere Kosten für die Schülerbeförderung. Um die Schülerströme kanalisieren zu können, möchten die Gemeinden auch die 2007 eingeführte Wahlfreiheit der Eltern einschränken. Nach Einschätzung des Bildungsministeriums gibt es für die Befürchtung einer "Schließungswelle" durch das Schulgesetz keine Grundlage. Zwar hätten einige Regionalschulen durchaus mit geringen oder sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. Die meisten bemühten sich jedoch um ihr Profil, so Sprecher Thomas Schunck.

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