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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:35 Uhr

Kommando: „Wärme marsch!“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Trittau: Fernwärmeleitung vom Abfallwirtschaftszentrum zum Technologiepark in Betrieb genommen

von
erstellt am 09.Mai.2014 | 15:33 Uhr

Gestern wurde die über 400 Meter lange Fernwärmeleitung vom Abfallwirtschaftszentrum zum Technologiepark „Natur und Technik“ in Betrieb genommen. Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft Südholstein (AWSH), Wolfram Gelpke, und Holger Pfau, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftszentrums Trittau (AWT), sowie Frank Schifferdecker, Geschäftsführer von „Natur und Technik“, drehten gemeinsam am Rad und das ganz im Sinne des Wortes.

„Unser Konzept der Nachhaltigkeit bekommt ein weiteres Puzzleteil hinzu“, freute sich Gelpke zuvor. Das Abfallwirtschaftszentrum fuße auf vier Säulen, erklärte er weiter: Der Stromerzeugung aus Abfall, die Herstellung von Dünger für die Landwirtschaft, die Flexibilität, durch die der Strom aufgrund eines Stromfahrplans vom Händler nur dann ins Netz eingespeist wird, wenn wirklich Bedarf besteht sowie die Nutzung der Wärme, die in der Biogas Fermentationsanlage entsteht. Bereits seit 1998 verarbeitet das AWT Bio- und Grünabfälle zu Kompost und Erden. 2013 wurde die Vergärungsanlage errichtet, um auch das Energiepotenzial der Abfälle zu nutzen. Insgesamt investierte das AWT fünf Millionen Euro in die Anlage.

Frank Schifferdecker lobte die zukunftsweisende Technologie und den Mut von AWSH und AWT, diesen Energieumbau vorzunehmen. „Es war die Entscheidung zwischen der risikobehafteten Investition in etwas Neues oder das Risiko, mit Kernkraft möglicherweise unbewohnbare Landschaften wie in Fukushima zu hinterlassen“, führte Schifferdecker aus. Mit der neuen Technik würde man den nachfolgenden Generationen keine „unkalkulierbare Technologie“ hinterlassen.

Anekdote am Rande: So ganz einfach schien die Verlegung der Rohre für den Technologiepark zunächst nicht zu sein, denn der Bau ist ja komplett fertig. Nach vielen Besprechungen guckte Familie Schifferdecker noch einmal in alte Unterlagen und fand heraus, dass vorausschauender Weise zwei Leerrohre gelegt worden waren. „Die lagen an der richtigen Stelle und waren für Fernwärme geeignet“, klingt Dennis Kissel immer noch erleichtert. Er würde sich freuen, wenn noch mehr Fernwärme auch in neue Wohn- und Gewerbegebiete fließen würde.

Zunächst werden eine Million Kilowattstunden, durch die 100 000 Kubimeter Erdgas gespart werden, am Standort direkt genutzt.

Die Masse für die Biogasanlage gewinnt das AWT aus den Haushalten in Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Aus 30 000 Tonnen Bioabfall jährlich werden 2,5 Millionen Kubikmeter Biogas gewonnen. 1000 Haushalte können damit mit Strom versorgt werden. Nach der Umstellung auf das neue Tarifkonzept am Jahresanfang haben viele Kunden eine Biotonne hinzu genommen, was in den meisten Fällen zu günstigeren Abfuhrpreisen führte. Und die Sammelmenge stieg: So wurden von Januar bis März bereits 1265 Tonnen Bioabfall mehr gesammelt. „Eine erfolgreiches Konzept für alle Beteiligten“, ist das Fazit von Gelpke und Pfau.



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