Königsschuss in Rekordzeit

Schon im fünften Durchgang fielen die Vögel / Es geht auch ohne Helm – Schutz war beim TÜV durchgefallen

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10. Juli 2014, 14:33 Uhr

Es war eines der schnellsten Vogelschießen auf dem Exer. Nach vier Durchgängen waren bei den Jungen und den Mädchen die Vögel gerupft und bereits im ersten Durchgang der Endrunde fiel zuerst bei den Jungen und kurz darauf auch bei den Mädchen der Vogel. Bürgermeister Tassilo von Bary erzählte dazu: „In den 60er Jahren ging es schon mal so schnell. Aber damals schossen auch nur wenige Schüler.“ Im vergangenen Jahr fiel der Vogel erst im zehnten Durchgang, und im Schnitt brauchen die Jungen und Mädchen acht bis neun Durchgänge, um den Vogel abzuschießen.

Den Endkampf auf dem Exer verfolgten hunderte Zuschauer. Sie bejubelten jeden Treffer auf den hölzernen Vogel und reichlich Applaus gab es für die Schützen, die es schafften, Teile des Vogels abzuschießen. Um 11.40 Uhr waren beide Vögel „gerupft“ und die Hausmeister sägten die Rümpfe in zwei Teile. Diese wurden dann mit Metallstiften wieder zusammen genagelt. Die Endrunde konnte beginnen.

Als der 15-jährige Hendrik Hoffmann um 12.06 Uhr mit der Armbrust auf den Vogel zielte, rechnete noch niemand damit, dass es der Königsschuss werden würde. Auch der Schüler der 8c der Masurenwegschule nicht. Doch sein Treffer ließ den Vogel herunter fallen und während der Schütze ungläubig staunte, jubelten die Zuschauer. „Eigentlich wollte ich gar nicht König werden, aber jetzt freue ich mich doch“, sagte der Junge aus Schürensöhlen.

Bei den Mädchen dauerte es nur zehn Minuten länger bis der Vogel fiel. Hier war es Hannah Freund aus der 8d der TSS, die den goldenen Treffer landete. Nachdem der Bolzen auf den hölzernen Rumpf traf, tat sich einen Augenblick gar nichts. Doch dann brach der Körper in zwei Teile und stürzte zu Boden. Die Schützin aus Bad Oldesloe war völlig überrascht und es dauerte einen Moment bis sie realisiert hatte, dass sie nun Königin ist.

Die Siegerehrung wurde von der Schulleiterin der TSS Barbara Richter-Conrad und von Sabine Prinz, Vorsitzende des Vogelschießer-Ausschusses, vorgenommen. Für das Königspaar gab es Schärpen und die Königsketten. Als Geschenk bekamen sie traditionell eine gespendete Uhr.

Was bei dem Vogelschießen auf dem Exer fehlte, waren die Helme. Niemand trug eine der im Vorfeld groß angekündigten Schutzvorrichtungen. Die Kopfbedeckungen waren gewissermaßen durch den TÜV gefallen. „Die Helme hätten dem Rückschlag eines Bolzens im Zweifel nicht stand gehalten“, so Sabine Prinz. Zudem wären die Kopfbedeckungen beim Schießen hinderlich gewesen. Es musste eine andere Lösung gefunden werden. Der Bauhof der Stadt baute kurzerhand einen Unterstand, aus dem heraus die Jungen auf den Vogel schossen. Bei den Mädchen blieb alles so, wie es war. Zudem wurde der Sicherheitsbereich bei den Jungen vergrößert und der Tunnel neben der Stormarnhalle gesperrt, damit dort keine Zuschauer durchlaufen konnten. „Der Unterstand wurde heute Morgen um 8 Uhr von der Bauaufsicht abgenommen“, so Schulleiterin Prinz.

Auch in den kommenden Jahren soll er wieder zum Einsatz kommen. „Er muss nur alle sechs Jahre neu geprüft werden“, betonte die Leiterin der Stadtschule. Was nun mit den Helmen geschehen soll, steht noch nicht fest. „Vielleicht kommen sie ins Museum“, sagte Prinz: „Für das kommenden Vogelschießen soll im Vorfeld mit den Schülern aus den siebten und achten Klassen diskutiert werden, wie aus ihrer Sicht das Vogelschießen attraktiver gestaltet werden könnte“, kündigte Sabine Prinz an.

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