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Stormarner Wochenschau : König, Kaiser, Sonnenkönig

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wie königlicher Besuch im Landkreis zwischen den Hansestädten Lübeck und Hamburg seine Wirkung entfaltet

von
erstellt am 22.Mär.2015 | 06:45 Uhr

Königsglanz 1

Mein Gott, wie spießig: Was haben sie nicht alles geputzt, gemalt und gebohnert im Trenthorster Ökoinstitut. Ja, Instituts-Chef Gerold Rahmann hat sogar einen Anzug angezogen. Und das alles bloß, weil für ein Stündchen königlicher Besucher auf dem Gut war. Funktioniert das eigentlich immer? Vielleicht wäre das mal eine Aufgabe für unser Stadtmarketing: Wir holen ein Königspaar nach Oldesloe, dann wird die City rausgeputzt wie nix. Das wär doch mal was. Offenbar ist die Oldesloer Innenstadt ja so gruselig anzusehen, dass man jetzt mit den neuen Stadtführungen wartet, bis es dunkel ist und keiner mehr das Elend sieht. Die Nachtwächterspaziergänge zu Fürchten verkaufen wir dann auch noch als Marketing-Gag. Man muss sich eben nur zu helfen wissen. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat da auch einen Vorschlag gemacht.

Königsglanz 2

Königs kommen – Schon die Besuchsankündigung für das niederländischen Königspaar hatte einen Hype ausgelöst, der alle Nicht-Royalisten ratlos zurückließ. Und dann die Aufregung, der Jubel und die Fähnchen, als sie tatsächlich da waren. Königs? Wir hatten vor 100 Jahren noch einen Kaiser! Für den würde sich der Trenthorster Institutsleiter aber höchstens seinen Hasenanzug überwerfen. Nicht nur, weil Wilhelm II. Kumpel von Hindenburg war. Nun ist es Willem-Alexander mit seiner Máxima, und die Begeisterung ist groß. Dass Wilhelm  II sein Heil im niederländischen Exil suchte? Dass der Vater von Máxima einer Militärdiktatur angehörte? Das kann man diesem hübschen Paar ja wohl wirklich nicht vorwerfen.

Königsglanz 3

Ist ja auch schön, dass internationale Königspaare anscheinend in den Norden passen. Bei bayerischen Volksfesten sieht das ganz anders aus. Da wollen einige Ahrensburger Politiker doch zu Bedenken geben, dass es hier im Norden gar keine Tradition für ein Oktoberfest gibt. Schließlich würde es in Bayern ja auch kein Biikebrennen gebe. Stimmt. Die haben auch nie Walfänger verabschiedet, und bis heute haben die Bayern kein Strandgut, das sie loswerden möchten. Und hier im Norden haben wir ja auch keinen Almauftrieb. Wieso sollte es dann ein Oktoberfest geben? Die Ahrensburger sollten auch dringend darüber nachdenken, Halloween zu verbieten. Das kommt ja aus einen noch böseren Land als Bayern, das noch weiter weg ist und wo man bayrische Feste für deutsche Kultur hält.

Ganz was anderes

Ist schon 1. April? Während der Sonnenfinsternis kam es im Stromnetz zu keinen extremen Schwankungen bei der Einspeisung von Solarstrom, teilte die Schleswig-Holstein Netz AG gestern mit. Fachleute hätten befürchtet, dass
durch das plötzliche Wegbrechen und später durch das „noch stärker wieder Ansteigen“ der Photovoltaikeinspeisung im Zuge der Sonnenfinsternis, die Stabilität der Stromversorgung gefährdet werden könnte. Mit Schulungen und Personalverstärkungen in der zentralen Leitstelle habe man sich darauf vorbereitet, so SH Netz. Das ist Fortschritt: Wo die Unwissenden eine Sonnenfinsternis für ein himmlisches Zeichen eines nahenden Weltuntergangs hielten, wissen wir jetzt, dass ein Black Out drohen könnte, wenn der Mond die Sonne verfinstert – oder wieder freigibt. Wir schwanken nicht mehr in unserer Meinung, nur noch der Strom im Netz. Was machen die Betreiber eigentlich bei plötzlichen Wetterwechseln? Die soll es ja geben, im April.
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