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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 11:34 Uhr

Knick muss Parkplatz weichen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Anwohner kritisiert: Grünachse durchtrennt / Stadt Bargteheide: Anderenorts Ersatz geschaffen

Eine stattliche, gesunde Buche wurde jetzt am Redder in Bargteheide gefällt. Die Eiche nebenan ist ebenfalls gekappt und weitere elf Eichen im gewachsenen Knick nebenan werden noch fallen. Anwohner Siegfried Lamprecht befürchtet, dass damit nur der Anfang zur Beseitigung eines Knicks gemacht wurde. Dahinter entsteht ein Parkplatz für das wichtigste Unternehmen der Stadt, für Getriebebau Nord. Später sollen weitere Gebäude folgen. Zwar wurde bereits ein neuer Knick aufgeschüttet und bepflanzt. „Bis dieser Wall aber die elf alten Eichen ersetzen kann, werden Jahrzehnte ins Land gehen“, sagt er.

Zudem werde damit eine wichtige Grünachse durchtrennt, die bisher vom Bahnhof bis hinein in die Feldmark reicht. Ein etwa 250 Meter langer Knickstreifen soll dort wegfallen. Ein Schild verkündet dort, dass der Fußweg entlang des Knicks zum 31. Januar kommenden Jahres geschlossen wird. Die Zufahrt zum Parkplatz soll über die vorhandene Stichstraße beim Grundstück Am Redder 16 erfolgen, zehn Meter vor der Haustür Lamprechts. Er würde eine weiter nördlich gelegene Einfahrt geeigneter finden, wo der Kurvenbereich weniger eng ist. Die Pläne für die Erweiterung wurden bereits im Jahr 2008 als Satzung verabschiedet. „Weil auf dem Gelände Vorkommen der Haselmaus festgestellt wurden, gibt es noch ein zweijähriges Bau-Moratorium“, sagt Jürgen Engfer von der Planungsabteilung der Stadt. In dieser Zeit sollen die geschützten Tiere umgesiedelt werden. Danach könnte der Betrieb weitere Produktionsgebäude oder Hochregallager auf der Fläche im Norden des bestehenden Betriebs errichten, also frühestens im Jahr 2018.

Die Baufenster lassen dort eine zwei- bis dreigeschossige Bebauung zu, bis zu 21 Meter über dem Grundstücksniveau zu. Der Parkplatz für etwa 120 Fahrzeuge im vorderen Bereich ist bereits fast fertiggestellt. Bereits im Frühjahr wurde ein gut 300 Meter langer Landschaftswall im Norden des Areals aufgeschüttet und bepflanzt. „Für den wegfallenden Knick wird anderenorts Ersatz geschaffen“, so Engfer.

„Weit weg von Bargteheide“, so Lamprecht, „vermutlich bei Schwarzenbek.“ Die Verwaltung habe ihn mit seinen Fragen zum Bauprojekt abgewimmelt. „Hier beginnt etwas, das dem Krähenwald möglicherweise noch bevorsteht“, sagt er. Bisher lebten im Knickbereich 30 Vogelarten: Specht, Eule, Silbermöwe, gar eine Nachtigall.


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