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Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 13:54 Uhr

Bad Oldesloe : Knappes Ja fürs Radhaus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung gab es eine heftige Debatte über die geplante automatische Fahrradstellanlage. CDU, FBO und FDP kritisieren das Projekt als „Prestigebau“.

Kurz war es still, während Tassilo von Bary ans Mikrofon bei der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung trat, um die Frage des Stadtverordneten Wolfgang Schmidt (parteilos) zu beantworten. Der hatte ihn nach seiner Meinung zum Radhaus gefragt. „Ich denke, dass ein Radhaus möglicherweise für unsere Stadt eine Nummer zu groß ist“, so der Bürgermeister: „Aus meiner Sicht würden es gute Stellboxen auch machen.“ Auf Seiten der CDU zufriedenes Lächeln. Denn genau diesen Antrag hatten die Christdemokraten gerade gestellt – als „Kompromiss“. Denn rund eine halbe Million für ein mehrstöckiges Radhaus am Bahnhof – das kam FBO, FDP und auch der CDU deutlich zu teuer vor.

„Dass wir Stellplätze wollen, darin sind wir uns doch alle einig. Also warum reichen dann die Boxen nicht? Sie sind günstiger in der Anschaffung und sind auch sicher. Sechs von ihnen könnte man mit E-Bike-Ladestationen ausstatten“, hatte Thorsten Lohse (CDU) vorgetragen und auf eine Diskussion mit SPD und den Grünen gehofft. Doch auf deren Seite bewegte sich nichts. Für sie stand fest: Wir wollen definitiv das Radhaus. Das machte auch Wilfried Janson in seiner Ansprache deutlich. Er setze große Hoffnungen in diesen Bau. „Es werden noch mehr Menschen mit dem Rad fahren und genau das wollen wir erreichen. Die E-Bike-Ladestationen sind notwendig, weil den E-Bikes die Zukunft gehört“, führte der Grünen-Politiker aus. Hendrik Holtz (Linke) sah das ähnlich. „Die hohen Kosten lassen sich leider nicht wegdiskutieren. So eine Investition ist eben mal notwendig, auch wenn sie finanzpolitisch vielleicht nicht so gut erscheint – zumindest auf den ersten Blick“, sagte er.

Als Hinrich Stange (FDP) bemerkte, dass SPD und Grüne gar nicht auf die Argumente der anderen Fraktionen einzugehen schienen, machte er seinem Frust darüber Luft: „Es geht hier gar nicht um die Sache. Es geht nur noch darum, dass irgendein Prestigebau geschaffen wird.“

Auch FBO-Mann Matthias Rohde sah „bedauerlich unsachliche Tendenzen bei der Entscheidungsfindung“. Es werde nach einer Luxuslösung gegriffen, obwohl es gar nicht sein müsste. „Wir wollen keinen hässlichen, teuren Klotz, der dann vermutlich auch noch von Sprayern in kürzester Zeit beschmiert werden wird. Wir wollen eine sinnvolle Lösung. Die muss nicht 3800 Euro pro Stellplatz kosten“, sagte Rohde

„Mir reicht es jetzt. Wir geben 6000 Euro pro Pkw-Parkplatz aus, diskutieren aber über 3800 Euro pro Radstellplatz. Warum behandeln wir selbstverständlich Pkw-Fahrer besser als Radfahrer? Das verstehe ich nicht und will ich nicht einsehen“, schimpfte Björn Wahnfried (SPD).

Unter dem Jubel einiger Radfahraktivisten die vor der Versammlung demonstriert hatten, wurde der Bau mit 14 zu 13 Stimmen beschlossen.

 

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