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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 23:07 Uhr

Voll integriert : Kleine und große Italiener

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bei der Jungtier-Beschau erhalten die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins Reinfeld so manchen guten Tipp vom Fachmann. Dabei entscheidet sich, welcher Hahn zur Zucht zugelassen wird oder in den Kochtopf wandert.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 18:00 Uhr

Mit gekonntem Griff hält Preisrichter Horst Lehmann aus Lübeck den großen Italiener in seinen Händen. Er zeigt den Rassegeflügelzüchtern aus Reinfeld, nach welchen Kriterien ihr Geflügel auf einer Schau bewertet wird. Bei dem schönen Italiener-Hahn findet er auch gleich ein „nicht veränderbares Merkmal“: den Doppelzacken am roten Kamm. Auch das violett schimmernde Gefieder des Schwanzes gefällt ihm nicht. Das käme schon mal vor, wichtig sei es nur, diese Tiere aus der Züchtung zu nehmen. „Der wäre dann als ausgewachsenes Tier mal was für den Kochtopf von Muttern“, schmunzelt der erfahrene Preisrichter. Es gehe auch nichts über ein echtes Bio-Hühnerei.

Begeistert zeigt er sich dagegen von der Ostfriesischen Zwergmöwe aus der Züchtung von Vorsitzendem Horst Rönnfeld aus Ratzbek. Richtige Sporenbildung, hochrassig und in einem guten Gesundheitszustand, das Gefieder glänzend und perfekt gepunktet. Der Hahn könnte vielleicht noch ein wenig silberner sein. Die Henne sei im Gefieder etwas zu gelblich. Die Reinfelder Züchter wissen gleich, was hilft: den Mais beim Füttern weglassen. Lehmann klopft Rönnfeld auf die Schulter: „Tolle Tiere aus deiner Zucht.“ Ganz wichtig sind bei den Geflügelschauen die Kondition, der Gesundheitszustand und die Vitalität der Tiere. Denn, betont Lehmann, als oberstes Gebot bei den Züchtern stehe das Wohlergehen der Tiere. Bei der Jungtier-Beschauung im Garten von Züchter Horst Bastian gehe es nicht darum, Kritik zu üben, sondern die Züchter mit Rat und Tat zu unterstützen und vor allem um das gesellige Beisammensein, das Vereinsleben, was hier noch richtig gelebt werde. Man helfe sich untereinander beim Beschaffen von Zuchttieren, weise neue Mitglieder ein und unterstütze auch die alten, erfahrenen Züchter, ohne die im Verein sowieso nichts laufe. 17 Mitglieder züchten in ihren Gärten Geflügel und Tauben mit so klangvollen Namen wie Zwergmöwen, weiße Hochzeitstauben, Zwerg-Wyandotten, Ostpreußische Werfer oder kleine und große Italiener. Letztere kennt wohl jeder noch aus seiner Kindheit, sagen die erfahrenen Züchter. „Viele hatten so einen stolzen Hahn in ihrem Garten“, erinnert sich Bruno Fey, der gemeinsam mit Gerhard Hahn seit 40 Jahren Vereinsmitglied ist und Welsumer Hühner züchtet. Die Mitglieder sorgen alle dafür, dass es ihren Tieren gut geht. Und das glaubt man sofort, wenn der Umgang mit ihnen ist liebevoll. Natürlich, so Rönnfeld, würden auch die nicht zuchtfähigen Tiere gegessen. „Das Geflügel kommt ja nicht direkt aus dem Supermarkt“, schmunzelt Lehmann.

 

> Hinweis: Die traditionelle Jungtier-Beschau ist bereits eine Vorbereitung für die große Geflügelschau am vierten Advent, 22. Dezember, im Gasthaus in Ratzbek.

 

 

 

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