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VfB-Krise : Klartext nach „blutleerem“ Auftritt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fußball-Regionalligist VfB Lübeck unterliegt BSV Rehden mit 0:4 (0:1). Trainer Skwierczynski spricht von schwierigster Phase seit zwei Jahren.

Klartext war am Wochenende angesagt beim VfB Lübeck. Mit Ausnahme von Finn Thomas, der nach dem 0:4 (0:1)-Debakel des Fußball-Regionalligisten gegen den BSV Rehden Phrasen („Solche Tage gibt es“) und grundlose Presseschelte („Nach einem Unentschieden wird schon alles schlecht gemacht“) in den Vordergrund stellte, reagierten Spieler und Verantwortliche der Grün-Weißen selbstkritisch. „Man kann in dieser Liga gegen jeden Gegner verlieren“, sagte Sven Theißen und ergänzte zu recht: „Aber nicht so.“

Zwar hatte sich Rehden stark präsentiert – aber allein damit war die deftige Niederlage nicht zu erklären. „Einen über weite Strecken so blutleeren Auftritt habe ich von meiner Mannschaft in den vergangenen Jahren nicht gesehen“, fand VfB-Trainer Denny Skwierczynski klare Worte. „Es ist momentan vielleicht die schwierigste Phase, seit wir das Projekt vor knapp zweieinhalb Jahren begonnen haben.“

Nach der Pleite gegen die Gäste, die seit nunmehr zwölf Spielen unbesiegt sind, rutscht der VfB Lübeck in eine kleine Krise. Am Sonnabend waren die Lübecker nur kurze Zeit in der ersten Hälfte auf Augenhöhe. Ansonsten eröffneten viele leichte Fehler und halbherziges Zweikampfverhalten dem Gegner die Chance, zu einem völlig verdienten Sieg zu kommen. Die Gäste waren defensiv gut organisiert, verteidigten aggressiv nach vorne und gewannen schon im Mittelfeld viele Zweikämpfe. Erst nach 15 Minuten fanden die Grün-Weißen langsam ins Spiel – doch die Hereingaben und Torabschlüsse waren allesamt unpräzise (Knechtel, Richter, Suew). So war die Gäste-Führung durch Moses Lamidi (37.) zur Pause nicht unverdient.

Nach dem Seitenwechsel kam nur wenig Dynamik in das VfB-Spiel. Die robusten Rehdener waren obendrein in den Zweikämpfen präsenter. Bezeichnend war das 0:2, als sich erst Michael Wessel nach einer Ecke am langen Pfosten behauptete und Jeff Gyasi auch den quer gelegten Ball im Duell mit Sven Theißen viel zu einfach per Kopf ins Tor lenken durfte (63.). Nach einem Ballverlust im Mittelfeld sahen nacheinander Wehrendt und Marheineke schlecht aus, als Kargbo und der eingewechselte Matthias Tietz zum 0:3 konterten (77.). Vor dem 0:4 spielte Wehrendt einen katastrophalen Fehlpass in den Rücken von Dennis Voß. Paul Kosenkow traf im Nachsetzen zum Endstand (86.).

Besonders ärgerlich: Mit 1458 Fans war die Zuschauerzahl an der Lübecker Lohmühle in Relation zu den Vorwochen und der Attraktivität des Gegners durchaus ansprechend. „Das vielleicht wichtigste Ziel für uns ist doch, die Zuschauer mit gutem Fußball wieder für uns zu begeistern“, fand Jonas Toboll: „Mit Leistungen wie heute klappt das leider nicht. Dafür können wir uns nur entschuldigen.“ In der Analyse wurde der Keeper deutlich. „Wir haben nur ungefähr 25 Minuten, etwa zwischen der 10. und 35., vernünftig Fußball gespielt“, sagte er: „Danach ist das komplett verloren gegangen. Rehden hatte einen Plan, hat uns früh gestört und schnell umgeschaltet. Wir hatten dagegen keinen Plan.“

Statistik VfB Lübeck – BSV Rehden 0:4 (0:1)

VfB Lübeck: Toboll – Knechtel, Wehrendt, Marheineke, Sirmais – Theißen, Pauer (46. Voß) – Thiel (72. Senger), Wölk, Suew (60. Thomas) – Richter.

BSV Rehden: Mandic – Pekrul, Heyken (49. Tietz), Wessel, Matovina – Obst, Gyasi, Stutter, Arend – Kargbo (85. Kosenkow), Lamidi (72. Grashoff).

SR: Schönheit (Lüneburg). – Zuschauer: 1458.


Tore: 0:1 Lamidi (37.), 0:2 Gyasi (63.), 0:3 Tietz (77.), 0:4 Kosenkow (86.).

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