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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 22:28 Uhr

Bad Oldesloe : Klares Votum für die Linden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Bäume am Drosselweg bleiben trotz problematischer Wurzeln stehen. Die Sanierung der Anliegerstraße soll bis Ende März abgeschlossen sein.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Das hätte man doch auch früher erkennen können: Bei der aufwändigen Sanierung des Drosselwegs stellte sich jetzt heraus, dass zwei Linden sehr hohe, fast waagerecht wachsende Wurzeln entwickelt haben. Deswegen kann der Fußweg nicht wie geplant mit überpflasterbaren Wurzelbrücken versehen werden – er müsste dafür 30 bis 40 Zentimeter höher werden. Das würde massive Probleme mit den angrenzenden Grundstücken bedeuten. Die Verwaltung hat deswegen vorgeschlagen, an den beiden Stellen eine wassergebundene Deckschicht zu verwenden, wie es auch an anderen Stellen im Stadtgebiet geschieht.

„Das halte ich für ein Stück aus dem Tollhaus“, wetterte Uwe Rädisch (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung: „Das ist Pfusch, den wir vorsätzlich einbauen.“ Und die Anlieger müssten dafür auch noch 85 Prozent der Kosten übernehmen. Deshalb forderte die CDU, alle fünf Bäume zu fällen und stattdessen zehn Ersatzpflanzungen (nicht zwingend im Drosselweg) vorzunehmen.

Dieser Antrag ließ allerdings völlig außer Acht, dass an den Bäumen bereits das Erdreich aufwändig abgesaugt und durch Spezialgranulat ersetzt worden ist. Die Kosten für diesen Teil der Baumaßnahme hatten sich gegenüber der Planung fast verdreifacht und damit maßgeblich zur Verteuerung um 82  000 Euro beigetragen. Wie Bürgermeister Tassilo von Bary auf Nachfrage der SPD bestätigte, wären Fällung und Ersatzpflanzungen mit Mehrkosten für die Anlieger verbunden. Die Ausführung mit Glensanda bliebe kostenneutral. Drei Bäume haben überdies bereits Wurzelbrücken erhalten. Laut Protokoll der Anliegerversammlung hatten sich damals die Grundbesitzer deutlich für einen Erhalt der Bäume ausgesprochen. Trotzdem regte Matthias Rohde (FBO) an, vor einer Entscheidung nochmals die Meinung der Anlieger einzuholen. Das wurde von den Stadtverordneten abgelehnt. Eine deutliche Mehrheit sprach sich letztlich dafür aus, die Bäume zu erhalten.

Seit vergangenem Frühjahr wird der Drosselweg erneuert. Die Leitungen im Untergrund müssen ausgetauscht werden. Zudem kommen vorsorglich schon mal Leerrohre für die Glasfaseranschlüsse ins Erdreich. In dem Zuge wird dann die Oberfläche gepflastert – Stück für Stück. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, sollen die Arbeiten noch vor Ostern bis Ende März abgeschlossen sein. „Bei Frost kann man nicht pflastern“, erklärt Klaus-Peter Scharnberg von der Tiefbauabteilung der Stadt: „Wenn wir jetzt noch eine Woche Schnee kriegen sollten, wird es natürlich nichts.“ Die Großwetterlage sehe allerdings glücklicherweise nicht danach aus.

Die Kosten belaufen sich auf weit mehr als 500  000 Euro. Diese Summe wird nach einem Schlüssel zwischen Stadtwerken und Stadt aufgeteilt. Auf die Stadt entfällt ein Anteil von 382  000 Euro. Davon müssen die Grundstückseigentümer wiederum 85 Prozent übernehmen.

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