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Stormarner Wochenschau : Klappern gehört zum Handwerk

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Standpunkte zum Wochenausklang

Ausgeklappert

Erfolgreich geklappert gegen das Klappern! Die Mönche in Nütschau konnten den Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann überzeugen, dass ihre Lärmschutzwand zu klapprig ist. Und der konnte den neuen Kieler Verkehrsminister Bernd Buchholz davon überzeugen, dass die Mönche keinen Hörschaden haben, aber auch keinen bekommen sollen. Obwohl es ja eigentlich um die vielen Besucher geht, die in das Kloster kommen, um dort Ruhe, wenn nicht sogar Stille zu finden. Es ist idyllisch dort ist, aber auch so autobahnnah. Immerhin hatten die Mönche seinerzeit eine Lärmschutzwand bekommen. Der Erfolg, den Storjohann in dieser Woche verkaufte, ist allerdings so groß nicht. Kiel hat die Reparatur der klappernden Elemente der hölzernen Schutzwand zugesagt. Von einer neuen, längeren und höheren Wand ist aber keine Rede mehr. Nur davon, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr „mittelfristig“ mal einen Blick auf den Lärmschutz am Kloster werfen soll. Ohne himmlischen Beistand wird sich erstmal wenig tun.

Hochkultur

Einen Kompromiss gab es auch bei den Opern im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum. Das Projekt mit der Musikhochschule Lübeck war gefährdet, weil die Kosten nicht aus dem Kub-Etat zu decken waren. Weil Leiterin Inken Kautter nicht auf diese schmückende Prestigeprojekt verzichten wollte, wollte sie zumindest eine Oper in Oldesloe halten. Die Musikhochschule und ihren Studenten scheint es aber in Oldesloe so gut gefallen zu haben, dass man bei den Finanzen zurücksteckte, so dass es im nächsten Jahr wieder zwei Opernproduktionen im Kub geben wird. Im Januar steht „Faust“ auf dem Programm. Goethe, der deutsche Dichter überhaupt, Gretel und der Teufel – wenn das keine Zuschauer anlockt, was dann?

Mönchsfrage

Ob’s dieses Jahr noch was wird? Zum zweiten Mal hat Teichwirt Alfred Wenskus das Abfischen des Reinfelder Herrenteichs verschoben. Wegen der starken Regenfälle war der Herrenteich so voll Wasser, dass es trotz frühzeitiger Schleusenöffnung nicht bis zum 22. Oktober ablaufen wollte. Deshalb verschob Wenskus auf den 31. Oktober. Und sagte den Termin jetzt auch wieder ab – wegen Hochwassers. Eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass es Mönche, also Katholiken, waren, die ein Kloster im heutigen Reinfeld gründeten und die Karpfenzucht einführten. Es war also eine kühne Idee, ausgerechnet am Reformationstag 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag, den Mönch zu öffnen und dem Karpfen zu huldigen.

Großes Kino

„Das letzte Gefecht“, „Kampf um die Macht“, „Das Ende naht“ oder „Abgerechnet wird zum Schluss“ könnte die reale Groteske heißen. Denn was sich seit geraumer Zeit um das Kleine Theater in Bargteheide abspielt, ist filmreif. Erst wird Manfred Kutsche, unermüdliche Galionsfigur des Kulturrings Bargteheide, ins Abseits gedrängt und nun hält der Betreiber des „Cinema Paradiso“, Hans-Peter Jansen, die unsägliche Situation und das schlechte Miteinander nicht mehr aus. Mit einem verbalen Rundumschlag macht er sich Luft und setzt Stadt und Trägerverein die Pistole auf die Brust. Wenn es so weitergehe im Kleinen Theater, sei er weg, droht ein sichtlich genervter Kinochef im Pressegespräch. Dabei hat er für das Programm seines Bargteheider Kino-Ablegers gerade erst wieder einen Preis eingeheimst. Trotzdem läuft für Jansen das Fass gerade über. Seitdem der Trägerverein im Ensemble des Kleinen Theaters mitspielt, läuft es nicht mehr rund. Da sind Menschen, die sich seit vielen Jahren für das Kulturgut engagieren und das auch können. Und dann kommt der neue Verein in Gutsherren-Manier daher, scheint der Ansicht zu sein, alles besser zu können und schickt sich an – so sieht es jedenfalls aus – den Kulturtempel mal kurz im Handstreich zu nehmen. Überheblichkeit war noch nie ein guter Ratgeber. Nun darf man gespannt sein, wie es weitergeht, wenn es weitergeht. Mit Jansen und wieder mit Kutsche oder mit Jansen und jemand anderem oder ohne Jansen – und dann? Fällt gar für das Gesamtpaket Kleines Theater in naher Zukunft der letzte Vorhang? Das wäre für alle Kultur- und Filmfreunde sowie die Stadt ein herber Verlust, überdies ein Armutszeugnis und in keinster Weise preiswürdig. Unsere Karikatur lässt grüßen.
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