Oldesloer Open Air am Poggensee : Klangstadt hat viele starke Seiten

 „Das härteste Brett des Festivals“ – So stand es im Programmheft, und die Gruppe „Serpentic“ aus Bad Oldesloe enttäuschte die Fans nicht.
1 von 5
„Das härteste Brett des Festivals“ – So stand es im Programmheft, und die Gruppe „Serpentic“ aus Bad Oldesloe enttäuschte die Fans nicht.

Beim dreitägigen Open Air-Festival am Poggensee treffen die unterschiedlichsten Musikstile auf ein buntes Publikum.

shz.de von
20. Juli 2015, 06:00 Uhr

KlangStadt, die achte: Große Namen aus der internationalen Musikszene interessieren beim Open-Air am Oldesloer Poggensee niemanden. Dafür aber Band aus dem Kreis Stormarn, aus der Region rund um Hamburg und Lübeck. Erst an dritter Stelle schauen sich die Verantwortlichen auch überregional um.

„Die lokale Musikszene sollte gestärkt werden, und das ist bis heute so geblieben“, benennt Patrick Niemeier die Philosophie von KlangStadt. Er gehörte mit Christian Bernardy, Axel Hartkopf und Britta Rein zu den Gründern des KlangStadt-Projekts. Das war vor zehn Jahren. „Das erste Festival fand noch in der Innenstadt von Bad Oldesloe statt. Hier am See ist es aber viel schöner.“

Umgeben von Feldern und kleinen Baumgruppen liegt das Festivalgelände direkt am Poggensee im gleichnamigen Oldesloer Ortsteil, und die Festivalbesucher dürfen kostenlos baden. Und weil die KlangStadt-Macher viel Phantasie haben, gab es auch in diesem Jahr ein paar Neuerungen. Das „Wohnzimmer“ zum Beispiel, Plüschsessel und barocke Schrankwand inklusive. Neu waren auch eine kleine dritte Bühne und „Enrico Palazzo“, ein Pizzazelt. Christoph Schlüter, eigentlich zuständig für Licht und Technik, machte sich auch gut als Pizzabäcker. Ebenfalls neu: Eine „Wall of Fame“, nicht aus Beton, sondern nur ein Drahtzaun, an dem man Fotos pappen konnte.

Die wichtigsten Zutaten des dreitägigen Festivals sind aber die Bands. Newcomer und alte Hase waren vertreten, am Poggensee treffen die unterschiedlichsten Musikstile aufeinander: Hardrock, Heavy Metal, Indie-Pop, ein wenig Blues, eine Prise Irish Folk. „Nur wer Schlager mag, ist hier vermutlich falsch“, sagte Besucher Jörg Löhnert, „die verschiedenen Stilrichtungen geben dem Ganzen den Pep.“

So sahen das auch Hilde und Heinz Bornholdt, die zusammen 161 Jahre alt sind. „Man muss das einfach miterleben, diese Begeisterung der jungen Leute“, schwärmte Heinz (85), der seit 1949 Schlagzeug spielt, heute im Feuerwehr-Musikzug und in der Gruppe „Goldene Acht“. „Ja, der Tiger-Rag ist eure härteste Nummer“, flachste Ehefrau Hilde.

Fast 30 Bands spielten, manche ließen das Zwerchfell vibrieren – wie „GWLT“ aus München oder „Serpentic“ aus Oldesloe. Auch „Fensterplatz“, „Small Steps“, „High Fighter“, „Samrock“ und „Budnixx“, „Dreamwood“, „Sub Flag“, die Kleinstadtpioniere“ oder die „Nuthouse Flowers“ sind aus Stormarn und Umgebung. Ebenfalls dabei waren „Findus“ aus Hamburg , „Wilhelmfreddie“ aus den Niederlanden, Schlagerbernd in der Nacht zum Sonntag und der Oldesloer Shantychor am Sonntagvormittag. Da hatte es schon angefangen zu regnen, was den Erfolg zwar nicht in Frage stellt, „aber für die Bands tut es mir leid. Sie müssen vor 150 Besuchern spielen“, so Patrick Niemeier.

Fast zehn Monate Vorbereitungszeit haben die Macher in das Festival investiert. KlangStadt hat seine Stärken auch in diesem Jahr wieder gezeigt

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen