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Ahrensburg / Ammersbek : Kita, Knete und Konzepte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sozialministerin Alheit auf Sommertour durch Stormarn. Fazit: Bessere Kinderbetreuung braucht das Land und Fachkräftemangel ist ein Problem.

Seit einem Jahr gibt es den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für Kleinkinder. „Auf meiner Sommertour möchte ich sehen, wie er umgesetzt wird“ , sagt Sozialministerin Kristin Alheit. Besonderes Augenmerk legt sie auf die Qualität der Betreuung. In Ahrensburg stand gestern die Ev. Kita „Kleine Nordlichter“ auf ihrem Besuchsprogramm. 95 Kinder werden dort in vier Elementar- und einer Hortgruppe betreut. Die Kita engagiert sich seit acht Jahren für eine umweltfreundliche Bildung nach dem Konzept Kita ökoplus für nachhaltige Entwicklung.

Kita ökoplus wurde im Ammersbeker Umwelt-Haus am Schüberg entwickelt. Dabei geht es um nachhaltiges Leben und Wirtschaften, von der Umweltbildung über das Essen bis zur Abfallentsorgung. „In diesem Jahr werden wir erneut danach zertifiziert“, sagt Kita-Leiterin Brigitte Kowalzick. Sie leitet das Haus seit zwei Jahren, auch vier neue Erzieher sind seitdem im Team.

„Wir versuchen, das Konzept wirklich zu leben“, sagt sie. Richtiges Lüften, die Heizung beim Verlassen herunter regeln und ein hoher Anteil an Bio-Lebensmitteln im Essen gehören dazu. „Mit den Kindern zusammen haben wir einen Caterer ausgewählt“, sagt Brigitte Kowalzick. Der Nachtisch wurde gestrichen, stattdessen gibt es zweimal wöchentlich Obst, und der Fleischanteil wurde reduziert.

Größtes Problem der Kita ist der Mangel an Fachkräften. „Das liegt auch daran, dass wir wenig Vollzeitstellen anbieten können und viele Stellen befristet sind“, so Brigitte Kowalzick. Junge Leute wollten aber finanziell auf eigenen Beinen stehen, was aber bei einem Teilzeitjob kaum möglich sei.

Bei einem Personalschlüssel von 1,5 Mitarbeitern pro Gruppe sei faktisch nur einer für 20 Kinder da, Urlaub, Krankheitszeiten und Fortbildungen abgezogen. An Grenzen stößt die Finanzierung. „Ein Kind weniger pro Gruppe kostet das Land 100 Millionen Euro im Jahr“, verdeutlicht die Ministerin. Schleswig-Holstein habe aber ein Sonderprogramm zur Krippenfinanzierung aufgelegt, um die Kommunen zu entlasten. Es soll bis 2017 auf 80 Millionen Euro im Jahr aufgestockt werden.

„Ich gebe den Anspruch nicht auf, die Qualität in der Kinderbetreuung zu verbessern“, sagt Kristin Alheit. Falls genug Mittel zur Verfügung stehen, will sie die in die Qualitätsentwicklung und Kostenevaluation stecken. In den vergangenen Jahren sei sehr schnell viel Geld in den Ausbau der Kinderbetreuung geflossen. „Ich möchte, dass die Mittel auch auf lange Sicht möglichst wirkungsvoll investiert werden.“

Auch im Umwelt-Haus am Schüberg in Ammersbek informierte sich die Ministerin gestern. In der Einrichtung des Kirchenkreises Hamburg-Ost werden die Konzeptionen für die ökologische Erziehung der Kinder erarbeitet, und die Kitas werden bei der Umsetzung unterstützt.

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