Ahrensburg : Kita-Eltern fordern pragmatische Lösung

Anette Schmitt, Awo-Kreisgeschäftsführerin: „Eine OGS ist  mit unseren fachlichen Ansprüchen nicht zu vereinbaren.“
Anette Schmitt, Awo-Kreisgeschäftsführerin: „Eine OGS ist mit unseren fachlichen Ansprüchen nicht zu vereinbaren.“

Weil kaum ein Erstklässler einen Hortplatz bekommt, soll Kiel handeln. Der Elternbeirat hat den Sozialminister und die Bürgerbeauftragte eingeschaltet.

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28. Juni 2018, 06:00 Uhr

Der Elternbeirat der Grundschule am Aalfang und die Elternvertretung der Aalfang-Kita haben sich wegen fehlender Hort-Plätze an die Bürgerbeauftrage Samiah El Samadoni und Sozial- und Familienminister Heiner Garg gewandt. In der Schlossstadt fehlen mehr als 100 Hortplätze. Hauptgrund dafür ist der Fachkräftemangel. 14 Erzieherstellen sind zurzeit nicht besetzt.

Wegen der misslichen Lage hatten sich die die Stadtverordneten bereits im Dezember mit einer „Resolution zur Kinderbetreuung“ an die Landesregierung gewandt. Tenor auch dort: Es fehlt qualifiziertes Personal, die Anforderungen an Bewerber sind zu hoch angesetzt, für Bürokratie muss zu viel Arbeitszeit aufgewandt werden, und das Lande muss sich stärker an der Finanzierung beteiligen. Auch die Forderung, das Fachkräftegebot für eine Übergangszeit aufzuheben, damit Gruppen oder Einrichtungen nicht geschlossen werden müssen, wird in der Resolution erhoben.

Die Antwort aus dem Ministerium zählt zwar zweieinhalb Seiten Leistungen und Ziele der Regierung auf, verbleibt aber im Allgemeinen. Nun stehen die Sommerferien vor der Tür, und im Herbst wird die Situation für alle Eltern akut, deren Kinder von der Kita in die Grundschule wechseln. „Es betrifft fast alle Erstklässler“, sagt Franziska Janz Elternvertreterin an der Aalfang-Grundschule.

Der Schulleiter war an den Beirat herangetreten, weil es deshalb bereits Abmeldungen gegeben hatte. Gemeinsam mit der Elternvertretung der Kita „haben wir überlegt, was man machen kann“, sagt Franziska Janz. Es wurde ein Brief an den Sozialminister, weil die Landesregierung für das Betreuungsvakuum verantwortlich sei. „Am Ende stehen Vorgaben und Gesetze, mit denen Sie vorschreiben, in welchem Rahmen die offenen Stellen ausgeschrieben und besetzt werden dürfen“, heißt es in dem Brief.

Dass es sechs Monate nach der Resolution der Stadt immer noch kein Ergebnis des Ministeriums gebe, sei für die betroffenen Eltern „ein Schlag ins Gesicht“. Man brauche dringend eine pragmatische und kurzfristige Lösung, um die offenen Stellen besetzen zu können. Deshalb sollte das Fachkräftegebot temporär außer Kraft gesetzt werden.

Horte, die in Ahrensburg werden von der Arbeiterwohlfahrt betrieben werden, unterliegen der Heimaufsicht des Kreises. Sie müssen über eigene, entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten verfügen und Pädagogen beschäftigen. Bei einer offenen Ganztagsschule ist das nicht der Fall. Deshalb hatte die Stadt beschlossen, von den Horten auf die OGS umzustellen.

Die europaweite Ausschreibung für eine OGS an der Aalfang-Schule ist gerade angelaufen. Die Awo hatte bereits verkündet, sich nicht als Träger einer OGS bewerben zu wollen. Zwar hatten Stadt und Arbeiterwohlfahrt die Eltern beim Verfassen des Schreibens fachlich beraten, die Absenkung der Anforderungen an das Personal hält Awo-Kreisgeschäftsführerin Anette Schmitt aber für einen falschen Weg. Den Brief ans Ministerium begrüßt sie trotzdem:; „Ich finde es gut, dass das von Eltern nach Kiel getragen wird und das Ministerium die Problematik deutlicher erfahren kann.“

Am heutigen Donnerstag laden die Elternvertreter zu einem Informationsabend in den Hort am Aalfang ein. Dabei werden auch Cornelia Beckmann aus dem Rathaus und Anette Schmitt informieren.

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