Kirchenkreis: Synode stellt Weichen gegen sinkende Steuereinnahmen

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29. Mai 2013, 03:59 Uhr

Kreis Steinburg/Elmshorn | Eine neue Verteilung der Kirchenkreisfinanzen steht im Mittelpunkt der 11. Synodensitzung des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf am Sonnabend, 1. Juni. Die 88 Vertreter des höchsten Entscheidungsgremiums kommen ab 9 Uhr im Haus der Begegnung in Elmshorn zusammen, um einen vom Kirchenkreisrat beschlossenen Vorschlag zu bestätigen oder zu ändern. Die neue Finanzsatzung legt die Verteilung des Gesamthaushalts fest und soll für viele Jahre gültig sein. Die Ausgangssumme beträgt 10,3 Millionen Euro (als Berechnungsbasis in Anlehnung an Prognosen des Landeskirchenamts). Welches Volumen der tatsäch liche Haushalt eines bestimmten Jahres hat, schwankt je nach Kirchensteueraufkommen. Es gilt bereits als sicher, dass die Einnahmen sinken werden.

Neu ist, dass alle Arbeitsbe reiche budgetiert werden sollen. Das bedeutet, für alle Bereiche werden prozentuale Anteile von den Kirchensteuereinnahmen festgelegt. Dieses Verfahren bietet sich bei schwankenden Einnahmen an. Die Budgetierung gilt für alle, für gemeinschaftlich finanzierte Ausgaben wie zum Beispiel Pfarrstellen genauso wie für die Ausgaben des Kirchenkreises und den Gemeindeanteil.

Bei der Festlegung der prozentualen Anteile haben sich die Verfasser des Vorschlags an den bisher angefallenen Kosten der vergangenen Jahre orientiert. So soll der Kirchengemeindeanteil bei insgesamt rund 3,5 Millionen Euro liegen, Pfarrstellen nicht mitgerechnet. Vom Kirchenkreisanteil (Höhe: rund 2,8 Millionen Euro) werden die übergemeindlichen Dienste und Werke - wie das Jugendwerk, die Notfallseelsorge und die Krankenhausseelsorge - sowie das Diakonische Wert bezahlt. Auch die Kirchenkreisverwaltung speist sich aus diesem Topf.

Das Projekt Kirchenstraße in Elmshorn ist ein weiteres zentrales Thema der Synode. Die Kirchenvertreter beraten über eine endgültige Zusage für das Neubauvorhaben im Zentrum Elmshorns. In der Novembersitzung hatten die Synodalen dem Projekt, das den Abriss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes in der Kirchenstraße 3 und einen Neubau mit in- und externen Nutzern vorsieht, die Zustimmung unter Bedingungen erteilt. Mit dem Wechsel der Bauherrenschaft vom Kirchengemeindeverband (KGV) Elmshorn an den Kirchenkreis soll - so war seinerzeit die Auflage - ein stimmiges inhalt liches Konzept sowie eine solide Finanzierung verbunden sein. In der Zwischenzeit hatte der Kirchenkreisrat eine Steuerungsgruppe eingesetzt, die von Propst Dr. Thomas Bergemann geleitet wird. Das Architektenbüro überplante den ursprünglichen Entwurf. Der neue Stand der Planungen wird den Synodalen nun in der Sitzung präsentiert.

Ein weiteres zentrales Thema im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf sind die Gebäude. Schon seit einem Jahr machen sich die Mitglieder einer von der Synode eingesetzten AG Gebäude Gedanken über die Frage: Welche Kirchgebäude sind unter allen Umständen zu erhalten - selbst wenn die zugehörige Kirchengemeinde keine Mittel hat? Die Synode hatte die AG eingesetzt, damit diese einige besonders zu fördernde Kirchen benennt.

Auf einem Vorschlag für die sogenannte Positivliste befinden sich inzwischen die Elmshorner St.- Nikolai-Kirche, die Kirche St. Bartholomäus in Wilster, St. Cyriacus Kellinghusen, St. Laurentii Itzehoe, Stadtkirche Glückstadt sowie die Heiligen-Geist-Kirche in Barmstedt. Nach Empfehlung der AG Gebäude sollen diese Kirchen erhalten und instand gehalten werden - unabhängig davon, wie knapp die Kassen einmal sein könnten. Das zugrundeliegende Thema "Welche Gebäude kann und will sich Kirche leisten?" war in den Gremien im Zusammenhang mit einer Hausschwammsanierung der historischen Stadtkirche St.-Nikolai in Elmshorn aufgekommen. Dort fehlte zuletzt der Gemeindeanteil für diese dringende Maßnahme. Wie auch immer die Synodalen entscheiden werden: Eine Liste mit unbedingt zu erhaltenden Gebäuden bedeutet nicht, dass andere nun aufgegeben werden. Sie stellt nur sicher, dass aufgeführte Gebäude unter allen Umständen instand gehalten werden.

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