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Ahrensburg : Kirche und Haak versuchen Mediation

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Ungedeihlichkeitsverfahren und die Suspendierung des ehemaligen Vorsitzenden des Kirchenvorstands sind ausgesetzt.

Das „Ungedeihlichkeitsverfahren“ gegen Pastor Helgo Matthias Haak wird vom Landeskirchenamt zurzeit nicht weiter betrieben. Stattdessen soll es eine Mediation geben. „Das Verfahren ist in der Schwebe. Wir versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden“, sagt Einar von Harten, Anwalt des Ahrensburger Pastors: „Das ist aber schwierig.“ Haak war viele Jahre Vorsitzender des Kirchenvorstands, auch 1999, als Pröpstin Heide Emse das Gremium wie auch immer davon unterrichtete, dass den konkreten Missbrauchsvorwurf durch Pastor Kohl gebe. Wie die Sitzung verlief, hatte auch die von der Nordkirche eingesetzte Experten-Kommission nicht klären können. Pastor Haak hatte nach 2010 reden wollen, bekam aber einen Maulkorb verpasst. Dagegen wehrte er sich vor dem Kirchengericht in Altona, das ihm im Februar 2012 größtenteils recht gab.

Nachdem er in den Dienst zurückkehrte, war Pastor Haak 2013 neun Monate krank. Als er sich im November bei Propst Hans-Jürgen Buhl zurückmelden wollte, untersagte der ihm den Dienstantritt. Anfang Dezember wurde Haak der Beschluss des Kirchengemeinderats mitgeteilt, dass die Kirche eine andere Stelle für ihn suchen solle.

Das Angebot einer befristeten Stelle schlug Haak aus, im April wurde dann das Ungedeihlichkeitsverfahren gegen ihn eröffnet. „Dabei wird geprüft, ob es tatsächlich so ist, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist“, sagt Remmer Koch, Pressesprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost, „so ein Verfahren ist nicht dazu da, zu sagen, dass der eine oder der andere Schuld hat.“

Mit dem Verfahrensauftakt wurde Haak vom Landeskirchenamt auch vorläufig vom Dienst suspendiert. Das ist mittlerweile ebenfalls ausgesetzt. Nicht unbedingt, weil ein „Widerspruch gute Aussichten auf Erfolg gehabt hätte“, wie von Harten sagt, sondern weil es die Mediation zwischen Haak und dem Kirchengemeinderat geben soll.

„Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen, deswegen verzichtet Pastor Haak darauf, sein Amt auszuüben“, sagt dessen Anwalt. Lediglich eine Beerdigung hat Haak als Pastor übernommen – in Absprache mit dem Kirchenamt. „Ich hoffe, dass wir noch im Lauf des Oktobers wissen, wie es weitergeht“, sagt von Harten.

Von Seiten der Kirchengemeinde wird vermutlich die Vorsitzende des KGR, Anja Botta, an der Mediation teilnehmen. Allerdings möchte die 41-Jährige Ahrensburg verlassen und hat sich auf die Pfarrstelle in Trittau beworben. „Ich bin jetzt achteinhalb Jahre hier, und es war meine erste Gemeindepfarrstelle. Da ist irgendwann Zeit für Veränderungen. Trittau ist eine sehr schöne Gemeinde, und die Stellenausschreibung hat mich angesprochen“, sagt Botta. Die Querelen in Ahrensburg, der Missbrauchsskandal und die Auseinandersetzungen um St. Johannes oder Haak seien nicht der Grund für die Bewerbung gewesen, sagt Anja Botta: „Ich würde ja lügen, wenn ich sage, dass es unanstrengend war, aber ich habe hier viel gelernt und möchte das nicht missen.“

Das Mediationsverfahren mit Pastor Haak, das demnächst starten soll, wäre das zweite in Ahrensburg. Seit Sommer läuft eine Mediation mit dem Förderverein St. Johannes. Hier wie dort gilt: Es ist schwierig, weil die Positionen sehr unterschiedlich sind, aber man redet miteinander. Die von der Nordkirche eingesetzte Kommission zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle hatte empfohlen, die Pastorenschaft in Ahrensburg auszutauschen. Wie sieht das Anja Botta: „Es ist sicher sinnvoll, dass es die Möglichkeit zu einem Neuanfang für die Pastoren gibt, es sollte aber immer im Einzelfall geschaut werden.“

Haaks Anwalt kennt den Bericht natürlich auch, der von einer Traumatisierung der Pastorenschaft spricht. Das Landeskirchenamt habe immer darauf beharrt, dass das Verfahren gegen Haak nichts mit den Missbrauchsfällen zu tun hätte, so von Harten: „Durch den Bericht ist deutlich bestätigt worden, dass genau das der Hintergrund ist.“

 

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erstellt am 22.Okt.2014 | 18:59 Uhr

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