zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:09 Uhr

Pastoren-Konflikt : Kirche spricht Klartext

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach Weggang von Jochen Müller Busse. Kritik und möglicher Kompromiss: Gut 80 Besucher bei Gemeindeversammlung in Todendorf

Erfreulich sachlich verlief die Gemeindeversammlung der Ev. Kirche Eichede in der Todendorfer Kirche. Es ging dabei vor allem um den Weggang von Pastor Jochen Müller-Busse. Er hatte nach einem Konflikt mit dem Kirchengemeinderat (KGR) seine Position verlassen und betreut jetzt die Gemeinde Sülfeld seelsorgerisch. Gegen seinen Weggang hat sich die Arbeitsgemeinschaft „Pro Pastor“ ausgesprochen und dafür 550 Unterschriften gesammelt.

So kam es nun zur Versammlung, die von Propst Hans-Jürgen Buhl geleitet wurde. Nach dem Gottesdienst stellten sich zunächst die Frauen der AG vor. Sieben Mitglieder des Kirchengemeinderats stellten sich ihren Fragen und denen der noch gut 80 Besucher. Fast alle waren nach dem Gottesdienst geblieben.

Die Arbeitsgemeinschaft mit vier Frauen präsentierte den Besuchern und dem Gemeinderat einen Fragenkatalog. „Wie wird die Aufkündigung der Zusammenarbeit mit Pastor Müller-Busse begründet?“, stellte Margitta Stapelfeldt zu Beginn die wohl wichtigste Frage. Das habe Zorn und Unverständnis ausgelöst, der KGR sei in die Kritik geraten. „Wir verstehen uns nicht als Opposition, sondern als Kooperationspartner“, betonte sie aber auch. Wir konnten uns in Personalbereichen nicht einig werden“, sagte ein KGV-Mitglied. Man habe im Interesse eines Arbeitnehmers handeln müssen. Mehr werde dazu nicht bekannt gegeben. „Nach drei Monaten im Amt haben wir gemerkt, dass er zwar ein guter Seelsorger ist, aber mit Verwaltungsangelegenheiten große Schwierigkeiten hatte“, begründete Andrea Rüdebusch vom KGR. Im Laufe der Zeit – Müller-Busse war nur gut ein Jahr in Eichede – seien die Kommunikationsprobleme mit ihm größer geworden: „Er konnte nicht KGR-Vorsitzender bleiben.“ Das Angebot eines stellvertretenden Vorsitzes habe der Pastor abgelehnt und um seine Freistellung gebeten.

Auf Gesprächsangebote habe er nicht reagiert, so die KGR-Vorsitzende Karin Kreutzfeld. „Es war keine Vorgesetzten-Entscheidung“, stellte der Propst klar, „der KGR hat sich selbst geholfen.“ Ihm sei aber klar, dass die Vorstellungen des Pastors mit denen des KGRs nicht übereinstimmten.

„Ich habe hier schon viele Pastoren erlebt, die Probleme mit demokratischen Entscheidungen haben“, sagte ein Teilnehmer, und zu Buhl gewandt: „Warum schicken sie uns keinen Demokraten?“ Er werde sich danach umsehen, sagte Buhl zu, „nach einem, der auch plattdeutsch spricht.“

Der KGR signalisierte auch Gesprächsbereitschaft. Die Sitzungen des Gemeinderats seien fortan zu Beginn öffentlich, erklärte Karin Kreutzfeldt. „Wir werden die Kommunikation verstärkt nach außen tragen.“ Man werde sich auch öffentlich mit einem Mediator aus dem Kirchenkreis zusammensetzen. Die nächste Sitzung ist für den 19. September um 20 Uhr geplant.

Wann die Kirchengemeinde einen neuen Pastor bekommt, steht noch nicht fest. „Das Ausschreibungsverfahren wird während der nächsten Sitzung des Kirchengemeinderats geklärt“, sagte Buhl. Bewerben könnten sich Pastoren aus der gesamten Nordkirche. Gut ein Drittel der Anwesenden befürworteten schließlich das Anliegen der AG, den Klärungsprozess mit Müller-Busse wieder aufzunehmen.

Das Fazit von Marianne Lenhoff: „Es war ein tolles Gespräch, das uns Riesenchancen eröffnet.“ Ein Kompromiss sei möglich. Auch die AG zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis.

Weiteres Thema war die schleppende Sanierung der historischen Kirche in Eichede. „Im Dachstuhl wurde an zwei Stellen Schwamm entdeckt“, so Karin Kreutzfeldt. Außerdem seien Schädlinge im Holz aktiv. Das weitere Vorgehen werde durch ein Gutachten geklärt. Zunächst müsse dieses Problem gelöst werden, bevor die Sanierung der Orgel möglich werde. „Denn bei der Sanierung wird es viel Dreck und Staub geben.“ Die Rücklagen der Kirchengemeinde reichten aus, um die Erneuerung des Gebäudes zu finanzieren.





Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen