Reinfeld : Kirche geht neue Wege

Im Jahre 1636 wurde das schmucke Gotteshaus als Notkirche überflutungssicher auf einer Anhöhe aus den Steinen der von Überschwemmungen zerstörten Kirche errichtet.  Fotos: fsh
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Im Jahre 1636 wurde das schmucke Gotteshaus als Notkirche überflutungssicher auf einer Anhöhe aus den Steinen der von Überschwemmungen zerstörten Kirche errichtet. Fotos: fsh

Überarbeitete Homepage, innovative Projekte: Evangelische Kirchengemeinde Reinfeld präsentiert sich weltoffen und modern

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11. August 2018, 06:00 Uhr

„Wir verändern die Welt und beginnen in Reinfeld“ – diesen ambitionierten Spruch finden alle Besucher auf der neuen Homepage der Ev. Kirchengemeinde. „Die Internetseite befindet sich zwar teilweise noch im Aufbau, doch hier finden alle Interessierten übersichtlich und aktuell alles Wissenswerte“, sagt Pastorin Dr. Christina Duncker. Die neue moderne Seite – es gibt auch eine mobile App – löst die in die Jahre gekommene Homepage des Kirchenkreises ab.

„Wichtig ist, dass die Webseite immer aktuell gepflegt wird. Auch für die Gemeindemitarbeiter ist es mittels Intranet jetzt ganz einfach, kurzfristig und schnell zu kommunizieren“, so die Pastorin. Die Seite biete sehr viel, das Potenzial müsse nun nach und nach ausgenutzt werden. Geplant sind ein Newsletter und herunterladbare Formulare. „Optisch ist unsere Mitarbeiterin Britt Pecher verantwortlich, sie wird die Seite auch aktuell halten“, sagt Duncker. Auf Facebook wird die Gemeinde aus Datenschutzgründen nicht präsent sein.

Offen und innovativ stellt sich die Kirchengemeinde nicht nur durch die neue Homepage dar. Duncker: „Wir wünschen uns, dass sich nicht nur die Mitarbeiter für unsere Gemeinde engagieren, sondern dass auch viele Bürger den einen oder anderen Bereich entdecken, der ein ehrenamtliches Engagement wert ist.“ Sie wünscht sich, dass die Menschen nicht nur auf der Homepage oder im Gemeindebrief stöbern, sondern auch tatsächlich vorbeischauen und mitmachen. „Die Bürger haben die Gelegenheit, selbst etwas zu machen und zu erreichen“, betont sie. Jeder könne sich einbringen – ob Jung oder Alt. Neue Ideen seien dabei immer willkommen.

Inzwischen gibt es zum Beispiel eine Trauergruppe für verwaiste Eltern und Gemeindemitglieder, die Pilger aufnehmen. Gemeinsames soziales Engagement stehe absolut im Vordergrund. Duncker freut sich, dass sie und Pastor Bernd Berger bald durch die neue Pastorin Gabriele Glombik Unterstützung bekommen. Diese wird eine halbe Stelle antreten und möchte auch nach Reinfeld ziehen, wo sie eine zentrumsnahe Wohnung sucht.

Viele innovative Projekte stehen noch in diesem Jahr an. Neu ist das Treffen zur Teatime im Pastoratsgarten am Eichberg am Sonntag, 12. August, um 15 Uhr. Neu ist auch eine Brotback-Aktion in Zusammenarbeit mit der Bäckerei Rohlf zwischen Erntedank und Volkstrauertag. Konfirmanden betätigen sich in der Backstube und backen 5000 Brote. Der Erlös kommt drei kirchlichen Projekten in der Dritten Welt zu Gute. Am 29. Oktober werden Lutherkekse gebacken – ebenfalls für einen guten Zweck.

Am Reformationstag lädt die Pastorin um 16.30 Uhr zu einem Halloween-Gottesdienst mit Verkleidung ein – weltoffen eben. „Es ist wichtig, mit modernen Aktionen Kirche attraktiv zu gestalten“, sagt sie. Durch den Kontakt zu einer kleinen Winzerei wird im Martinscafé bald der „Claudiuswein“ ausgeschenkt werden. Der Erlös soll der neuen Kirchenbestuhlung zugute kommen. 140 Stühle aus massiver Eiche kosten als Sonderanfertigung zwischen 50 000 und 60 000 Euro. Menschen zusammenbringen möchte die Gemeinde mit der geplanten Aktion „Lebendiger Adventskalender“. Duncker: „Wir wenden uns an Vereine, Privatpersonen und Institutionen, die gerne mitmachen möchten.“ Am 27. September um 19.30 Uhr gibt es zu diesem Thema einen Informationsabend im Gemeindehaus. Weitere Termine sind am Mittwoch, 22. August, um 11 Uhr der Einschulungsgottesdienst, am 26. August der plattdeutsche Gottesdienst, der Open-Air-Gottesdienst auf dem Karpfenfest, der Tag des offenen Denkmals am 9. September, die Aktion „Kirche trifft Karpfen“ beim Erntedank-Gottesdienst. „Es ist also schwer was los in unserer Gemeinde“, resümiert die engagierte Pastorin. Es lohne sich allemal, den Gemeindebrief und die Homepage zu studieren.

Sorge bereitet ihr, dass bis 2030 rund die Hälfte der Pfarrstellen gestrichen werden soll. Um diesen Verlust aufzufangen, erfordere es ein starkes Umdenken, mehr Selbstständigkeit. Pastor Erhard Graf aus Klein Wesenberg gehe im nächsten Jahr in den Ruhestand. Die Pfarrstelle werde sicher nicht wieder besetzt – aus Mangel an Bewerbern. Das Pastorenehepaar in Zarpen müsse im Urlaub vertreten werden. Großer Mehraufwand für die Reinfelder Gemeinde. Die Gemeinde sei sehr lebendig, deshalb habe sich die neue Pastorin auch für Reinfeld entschieden – trotz allem ein gutes Zeichen für die Zukunft.

> Weitere Informationen erhalten Interessenten auf der neuen Internetseite www.kirche-reinfeld.de.








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