Kinozukunft ungeklärt

Jansen mit Auszeichnungen vor dem Cinema Paradiso.
Jansen mit Auszeichnungen vor dem Cinema Paradiso.

Hans-Peter Jansen kritisiert Trägerverein erneut

shz.de von
23. November 2018, 10:49 Uhr

Das „Kleine Theater“ in Bargteheide steht an einem Wendepunkt. Seitdem der langjährige Kinopächter Hans-Peter Jansen angekündigt hat,das Haus zu verlassen, weil der Trägerverein ihm das Leben schwer mache, kocht die Diskussion über. Im jüngsten Hauptausschuss der Stadt hatte Olaf Nehls – Vorsitzender des Trägervereins, der treuhändischer für die Stadt den Bühnenbetrieb koordinieren soll – das „Drei Säulen Modell“ (Kino-Theater-Gastro getrennt) als gescheitert erklärt.

Nachdem die Diskussion mit dem streitsamen Jansen in den vergangenen Wochen eskaliert war, schloss der Trägerverein unlängst eine weitere Zusammenarbeit mit diesem quasi ausgeschlossen. „Ist mir neu, dass das der Trägerverein entscheidet“, so Jansen. „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnte ich hier weiter Kino machen. Das bedeutet aber, dass der Trägerverein sich mal professionell verhalten muss“, so Jansen. Die Verwaltung müsse klar Farbe bekennen und den Verein in die Grenzen weisen. „Das Drei-Säulen-Modell war die beste Entscheidung, die die Stadt 2006 fällen konnte“, so Jansen. „Alle Parteien haben das letztendlich auch begrüßt. Dieses Modell führte erst dazu, dass die Stadt Bargteheide zu einer „Kulturperle“ wurde“, so Jansen. Unter seiner Leitung sei das Kino diverse Male ausgezeichnet worden und in die „Champions League europäischer Arthäuser aufgenommen worden, in der nur 600 Kinos in ganz Europa gelistet sind“, führt Jansen aus. „Zu sagen, dass habe alles nicht funktioniert, ist an den Fakten vorbei“, so Jansen. Gastspiele des „Schleswig-Holstein Musikfestivals“ und ähnliche große Events seien den „kreativen Kulturschaffenden im Haus“ geschuldet. Jansen, der 1500 Unterschriften für den Verbleib des „Cinema Paradiso“ gesammelt hat, möchte, dass die Stadt die Bürger in die Entscheidung involviert. „Man sollte mal nachfragen, wie sie sich die Zukunft des ´Kleinen Theaters´ vorstellen. Das ist doch entscheidend für die Akzeptanz und den Kulturstandort“, findet Jansen.

Zur Wehr gegen Aussagen des Trägervereins setzt sich auch Caro Dibbern, die Ende 2017 die Theaterschule verließ. Behauptung, die „Blaue Wolke“ habe sich auf Grund eines Streits zwischen ihr und dem damaligen Vorsitzenden der Theaterschule, Jan Roßmanek, aufgelöst, die der Trägerverein aufstellte, sei einfach unwahr. „Ich werde das nicht mehr hinnehmen, dass Dinge so verdreht und falsch dargestellt werden“, so Dibbern. Als Mediator zwischen Trägerverein und Theaterschule war Ende 2017 der ehemalige Bürgermeister Werner Mitsch aufgetreten. Das sei damals eine unglücklich Wahl“ gewesen, da Mitsch und Nehls zuvor gemeinsam im Rotary Club aktiv und daher freundschaftlich verbunden waren. Nehls sei sogar der Pressesprecher des damaligen RC-Präsidenten Mitsch gewesen.





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