Ahrensburg : Kinoprojekt auf der Kippe

Nach dem Rückzug des Entwicklers entscheidet der Bauausschuss heute, ob die Planung weitergehen soll.

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18. Juni 2014, 06:00 Uhr

Wird es in absehbarer Zeit wieder ein Kino in Ahrensburg geben? Im Bau- und Planungsausschuss heute um 19 Uhr im Peter-Rantzau-Haus fällt die Vorentscheidung. Punkt 7 der Tagesordnung ist die „Absichtserklärung zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans auf dem Grundstück Alte Reitbahn. Die K-Motion GmbH & Co. KG aus Hamburg würde dort gerne ein Kino mit fünf Sälen, und 900 Plätzen betreiben. Allerdings hat sich der Projektentwickler zurückgezogen – mehr aus politischen denn aus wirtschaftlichen Gründen.

Geschäftsführerin der P & B Bau Consulting ist die stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Philipp (CDU). Sie hatte zwar keinen Hehl daraus gemacht und als Mitglied im Bau- und Planungsausschuss auch nicht an Diskussionen und Abstimmungen zu dem Projekt teilgenommen, trotzdem zog sie jetzt „harte Konsequenzen.“ P & B verabschiedet sich nicht nur aus der Projektentwicklung, Susanne Philipp verzichtete auch auf ihren Sitz im Ausschuss.

„Die Grünen sahen eine unzulässige Verquickung und haben das im Ältestenrat thematisiert“, so die CDU-Politikerin. Auch wenn sie die Vorwürfe für „konstruiert“ halte, habe sie mit dem Rücktritt dokumentieren wollen, dass es solche Verquickungen nicht gebe. Susanne Philipp: „Ich bin selbst bei den Fraktionssitzungen rausgegangen. Ich kann mir nicht erklären, warum da so eine Diskussion hochkommt.“

„Eigentlich haben alle gewusst, dass Frau Philipp in dem Projekt involviert ist“, sagt Ausschussvorsitzender Hartmut Möller (SPD), gleichwohl erkennt er eine unglückliche Konstellation. Nach dem Rückzug von P & B sieht er zudem keine Notwendigkeit für einen Beschluss: „Ich werde heute sicher die Frage stellen, ob wir den Punkt auf der Tagesordnung behalten wollen.“

Die SPD würde auf dem innenstadtnahen, 6000 Quadratmeter großen Grundstück, das als Parkplatz genutzt wird, lieber reinen Wohnungsbau realisieren. Die Grünen sehen angesichts der aktuell anstehenden Großprojekte keine Eile für eine Kinoplanung. Von CDU und FDP wird das Projekt unterstützt, in der WAB ist die Meinung uneinheitlich.

Scheitern müsste es am P & B-Rückzug jedenfalls nicht. „Ahrensburg ist genau das, was für uns interessant ist“, sagt Christof Gläser, einer der beiden Geschäftsführer von K-Motion. Die Hamburger betreiben in 14 Städten Kinos mit 64 Leinwänden und 11 600 Sitzplätzen. In Schleswig-Holstein sind sie in Norderstedt, Itzehoe und Schleswig vertreten.

Die Planung für die Stormarnstraße sah ein Kino mit Gastronomie und einem Saal mit Bühne, einen Elektronik- oder Medienmarkt sowie sozial geförderten Wohnungsbau vor. Die 150 Parkplätze sollten in einer zweigeschossigen Tiefgarage erhalten bleiben. Die K-MotionGeschäftsführer haben bereits mit Bürgermeister Michael Sarach gesprochen und „klar gesagt, dass wir weiter interessiert sind“, so Gläser: „Wir reißen uns zwar nicht darum, die Projektentwicklung selbst zu machen, aber für uns ist das auch kein Hinderungsgrund.“

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