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Kinoende verhindert – Digitalisierung ist da

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Es wirkte eine Zeit lang wie ein Pokerspiel oder auch ein Tauziehen, bei dem beide Seiten nicht locker lassen wolten. Hans Peter Jansen betreibt seit mehreren Jahren erfolgreich und preisgekrönt das „Cinema Paradiso“ in Bargteheide. Doch als jetzt die teure Digitalisierung ins Haus stand, ohne die ab 2014 in Sachen Filmverleih gar nichts mehr geht, kam es zum Streit mit der Stadtverwaltung. Denn der erfahrene Programmkinomacher wollte mehr Zuschüsse und finanzielle Unterstützung von der Stadt, als diese ihm bis zu dem Zeitpunkt für die Digitalisierung zugesichert hatte. Das Kino schreibe rote Zahlen und stehe vor einer notwendigen Umrüstung. Er sei eber nur der Mieter und sehe daher die Stadt als Vermieter in der Pflicht. Um Fördergelder zu bekommen müsse er langfristige Pachtverträge vorlegen. Diese würden aber nur Sinn machen, wenn das Kino überhaupt überlebensfähig sei. „Ansonsten ist hier spätestens 2015 Schluss“, sagte Jansen und setzte so der Stadt die Waffe auf die Brust.

Das machte Bürgermeister Henning Görtz sauer. „Ich bin persönlich angenervt. Jansen hat das gemacht, was in Bargteheide eigentlich nicht üblich ist“, sagte er. Jansen blieb hart und verlängerte seinen Pachtvertrag nicht.

Schließlich – als die Situation schon sehr verfahren schien – setzte man sich noch mal zusammen und konnte gemeinsam das „Cinema Paradiso“ retten. Jansen verzichtete auf jährliche, höhere Subventionen der Stadt, diese gab aber einen höheren Zuschuss zur Digitalisierung, als die zunächst zugesagten 20 000 Euro. Außerdem wurde ein Regelwerk verabschiedet, dass einen Kinobetrieb an Wochenenden besser regelt. Denn auch die Absprache mit den anderen Nutzern des Kleinen Theaters hatte sich immer komplizierter gestaltet.

Dann ging alles ganz schnell. Im Juli wurde umgerüstet. Mittlerweile ist digitale Filmvorführung in Bargteheide schon zur Normalität geworden. Ende des Jahres erhielt auch das Oldesloer Oho-Kino die neue Technik. In der Kreisstadt gab es über die Unterstützung für Kinobetreiber Heinz Wittern erstaunlicherweise keine Diskussionen, sie wurde einstimmig beschlossen.

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