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Endlich Platzfreigabe : Kicken auf historischem Grund

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

600000 Euro kostete das neue Kunstrasen-Fußballfeld auf dem Oldesler Exer, das ohne Umzäunung für alle frei zugänglich sein soll

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 06:30 Uhr

Offizielle Freigabe des Fußballfeldes auf dem Exer durch Bürgermeister Tassilo von Bary und Diplom-Ingenieurin Ulrike Külper. Seit Juli wurde am neuen Kunstrasenfeld gebaut. Zuerst wurde der alte, so genannte Tennenplatz abgetragen. Glücklicherweise handelte es sich dabei um nicht belastetes Material, so der Oldesleor Bürgermeister. Danach wurde das Gelände entwässert, damit, so von Bary, „man im Winter nicht auf dem Feld Eislaufen kann“.

Eine Zugangstreppe und zwei Trainerbänke wurden angelegt, der Ballfangzaun „geräuscharm erweitert“, sowie das Granulat als Untergrund für den Kunstrasen aufgebracht. Es handele sich dabei, so Külper, um ein Grand-Granulat-Gemisch auf Basis einer Schwefelverbindung, das sehr beständig sei und nicht klumpe. Dieses Problem, wie unter anderem in Norderstedt auf einem Kunstrasenplatz aufgetreten, werde es in Bad Oldelsoe nicht geben. Das Spielfeld sei sehr elastisch und daher angenehm zu bespielen, die Verletzungsgefahr im Vergleich zum vorherigen Grandplatz deutlich geringer.

„Wir finden, dass durch die Pflasterung rundherum der Platz größer wirkt“, freut sich der Bürgermeister. Das täusche jedoch, sagt Ulrike Külper, der neue Kunstrasenplatz habe die Normmaße eines normalen Fußballfeldes. Auf ihm könnten also sämtliche Ligaspiele ausgetragen werden. Hauptsächlich werde der Platz vom VfL Oldesloe genutzt. Dieser habe auch einen Schlüssel für den Stromkasten, um abends die Beleuchtung einzuschalten.Die Oldesloer Schulen würden erwartungsgemäß das Feld meist bei Tageslicht nutzen. Tassilo von Bary freut sich zwar über die Erneuerung des Platzes nach mindestens 50 Jahren, doch schaue er auch mit „starker Trauer“ auf die Zeiten zurück, als er als 13-Jähriger noch auf dem alten Grandplatz gekickt habe. Leider habe er schnell erkennen müssen, dass Fußball nichts für ihn sei, erinnert er sich mit einem Augenzwinkern.
Der Platz soll jeden Freitag, außer bei Frost, von einer Firma gewartet werden. Das Granulat müsse, erklärt die Diplom-Ingenieurin, regelmäßig ausgebürstet und gesiebt und wieder aufgebracht werden, da sonst die Kunstrasen-Halme umknickten. Das Material sei so strapazierfähig, dass bei jeder Wetterlage Fußball gespielt werden könne. Man habe sich für den Kunstrasen entschieden, um die Wartungskosten möglichst gering zu halten, denn ein Naturrasen bräuchte zu viel Pflege und müsste ständig überarbeitet werden.

„Es war eine politische Entscheidung, auf eine Umzäunung zu verzichten, um den Platz für alle zugänglich zu machen“, betont von Bary – zumindest einmal für ein Jahr. Für dieses Jahr hat die Stadtverwaltung eine Firma beauftragt, mögliche Schäden zu dokumentieren. Die Stadtverwaltung hatte sich im Vorwege für einen Zaun zur Verhinderung von Vandalismus ausgesprochen, konnte sich aber bei den Kommunalpolitikern nicht durchsetzen. 600 000 Euro hat die Stadt sich die Erneuerung kosten lassen, der Zaun hätte noch einmal 43 000 Euro extra gekostet.

Und: Hier wird Fußball auf historischem Boden gespielt. Bereits vor rund 110 Jahren traten hier ersten Fußballbegeisterten Schleswig-Holsteins zu Wettspielen an . Der Exer ist außerdem ein Aushängeschild für die Kreisstadt, denn Besucher parken hier und können nun anstatt auf einen staubigen Grandplatz auf saftiges, wenn auch künstliches, Grün schauen.


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