Abschlussschwäche : „Keiner kann zufrieden sein“

Übersprungen: Lübecks Sven Theißen gewinnt das Kopfballduell gegen Neumünsters Hannes Schäfke.
Übersprungen: Lübecks Sven Theißen gewinnt das Kopfballduell gegen Neumünsters Hannes Schäfke.

Fußball-Regionalligist VfB Lübeck kommt beim VfR Neumünster nicht über ein 1:1 hinaus. Sven Theißen analysiert: „Typisches Kampfspiel.“

shz.de von
11. Mai 2015, 07:00 Uhr

Denny Skwierczynski fühlte sich an so manches Spiel der vergangenen Monate erinnert. „Wir haben es wieder versäumt, den Deckel drauf zu machen“, ärgerte sich der Trainer des VfB Lübeck nach dem 1:1 (0:1) beim VfR Neumünster. Damit konnten die Fußballer aus der Hansestadt auch das vierte Landesderby der laufenden Regionalliga-Saison nicht gewinnen (zwei Remis gegen Weiche, ein Punkt gegen den VfR). Mehr noch: Für den VfB war es die sechste sieglose Partie und das dritte Remis hintereinander. „Die Abschlussschwäche zieht sich bei uns durch die gesamte Spielzeit. So sind wir natürlich nicht zufrieden mit diesem Punkt“, sagte Skwierczynski.

Auch die VfB-Akteure stellten die mangelnde Chancenverwertung in den Mittelpunkt der Kritik. „Ärgerlicher als das Gegentor ist es, dass wir vorher in der ersten und zweiten Hälfte unsere großen Chancen nicht genutzt haben“, bemängelte Verteidiger Aleksandar Nogovic, der Moritz Marheineke (hatte nach einer Erkrankung Antibiotika genommen und war nicht richtig fit) ersetzte: „Das Ausgleichstor war natürlich ärgerlich. Ich hatte Kramer im Blick, aber die Flanke kam einfach punktgenau.“ Der Trainer sah es ähnlich: „Wir hätten die Flanke verhindern müssen. So war das gegen Kramer nicht leicht zu verteidigen.“

Dabei hatten die Gäste vor 724 Schaulustigen an der Geerdtsstraße einen Traumstart erwischt. Gleich mit der ersten Strafraumszene sorgte Stefan Richter für das 0:1 (3.). Sven Theißen war zunächst an Neumünsters Schlussmann Ole Springer gescheitert, doch Richter staubte aus spitzem Winkel ab. Nur rund 240 Sekunden später hätte André Senger beinahe auf 2:0 aus Gästesicht erhöht, traf aber lediglich das Quergebälk (7.). Während die ersten gefährlichen Szenen ausschließlich den Hansestädtern gehörten, wurde es anschließend abwechslungsreicher. Beide Teams waren bestrebt, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und Druck auf die jeweils nur wenig sattelfest wirkenden Defensivreihen auszuüben. Die Lila-Weißen hätten ausgleichen müssen, als Christopher Kramer nur ein schlampiges Anspiel in den Rücken des gut postierten Sturmkollegen Michél Harrer auf den Weg brachte und der heranrauschende Kevin Ingreso lediglich das Außennetz traf (10.). Danach stockte wieder den Heimfans der Atem, denn die VfR-Defensive konnte Richter nicht am Zuspiel auf Senger hindern, dessen Abschluss Olthoff blockte (34.).

Nach dem Seitenwechsel standen die Hansestädter sicher in der Defensive. VfR-Torhüter Springer und die Latte nach einem Freistoß von Marcello Meyer (67.) verhinderten eine höhere VfB-Führung. Stattdessen fiel der Ausgleich (68.).

Lübecks Routinier Sven Theißen verpasste dem Spiel eine klare Analyse: „Es war ein typisches Kampfspiel auf schlechtem Boden. Wir wollten gewinnen, die mussten. Am Ende kann keiner zufrieden sein.“

Statistik VfR Neumünster – VfB Lübeck 1:1 (0:1)

 

VfR Neumünster: Springer – Winter, Tenno, Olthoff, Durak (46. Bento) – Zekjiri, Schäfke, Pino Tellez (65. Nagel), Ingreso – Harrer, Kramer.

VfB Lübeck: Toboll – Knechtel (83. Voß), Wehrendt, Nogovic, Sirmais – Theißen, Wölk (76. Marheineke) – Thiel (58. Suew), Meyer, Theißen, Senger – Richter.


SR: Schönheit (Lüneburg). – Zuschauer: 724.


Tore: 0:1 Richter (3.), 1:1 Kramer (68.).

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