Diamantene Hochzeit : „Keiner kann ohne den anderen“

60 Jahre haben Helga und Hans-Jürgen Berg in guten und schlechten Zeiten zusammengehalten. Jetzt feiern sie mit der Familie ihre diamantene Hochzeit.
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60 Jahre haben Helga und Hans-Jürgen Berg in guten und schlechten Zeiten zusammengehalten. Jetzt feiern sie mit der Familie ihre diamantene Hochzeit.

Das Ehepaar Helga und Hans-Jürgen Berg aus Bad Oldesloe hat 60 Jahre lang fest zusammengehalten und schläft auch heute noch jede Nacht Hand in Hand ein.

shz.de von
04. Juni 2014, 06:00 Uhr

Kennen gelernt haben sich Helga und Hans-Jürgen Berg beim Tanzen am Lüb’scher Baum in Hamburg-Eilbek. „Damals spielte noch eine richtige Kapelle auf und Hans-Jürgen forderte mich zum Tanzen auf“, erinnert sich die 80-Jährige. Sie war 17 Jahre alt und durfte nur in Begleitung ihrer älteren Schwester ausgehen. Ihren späteren Mann habe sie zwar schon vorher gekannt, aber an diesem Silvesterabend habe es zwischen ihnen um Mitternacht gefunkt. „Er hat mich gleich geküsst“, schmunzelt Helga Berg. Sie sei einfach die Richtige gewesen, ergänzt der gebürtige Hamburger (85).

Beide sprechen von einer behüteten, aber bedingt durch Krieg und Ausbombung schwierigen Kindheit. Mit fünf Geschwistern habe sie, erinnert sich die Jubilarin, in einem Zimmer wohnen müssen. Ihr Vater war Badewärter und half nach dem Krieg beim Wiederaufbau, klopfte Steine. Hans-Jürgen Bergs Vater war Friseurmeister. „Ich wollte aber mehr verdienen und bewarb mich für eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich“, erzählt der 85-Jährige. Seine Frau musste bereits mit 14 Jahren in einer Schokoladenfabrik arbeiten, um die große Familie zu unterstützen.

In ihrer Verlobungszeit bemühten sich die Bergs um eine Wohnung – fast ein Ding der Unmöglichkeit. Doch dann hatten sie Glück und konnten 1954 endlich heiraten. „Bevor wir die Wohnung bekamen, musste das Aufgebot bereits stehen“, so der Jubilar.

„Wir hatten alles in allem ein schönes Leben“, betont er. Sie seien viel verreist, bearbeiteten zehn Jahre lang einen Schrebergarten („Ein Stück Freiheit“), hätten viel gearbeitet, um sich ein eigenes Haus leisten zu können. Ende der 60er Jahre kauften sie ein Reihenhaus in Norderstedt, 16 Jahre später zogen sie gemeinsam mit ihrer Tochter nach Oering. 22 Jahre lebten sie auf dem Lande, dann wurde ihnen das große Haus und der Garten zu viel. Sie kamen nach Bad Oldesloe. Inzwischen haben sie sich hier gut eingelebt. Hans-Jürgen Berg bescheiden: „Ein ganz normales Leben. Wir haben uns so durchgeschlängelt, viele Freuden mitgemacht, viel gefeiert und gesund gelebt.“

Und das Rezept für ihre lange Ehe? „Wir haben in guten und in schlechten Zeiten zusammengehalten“, so Helga Berg. Natürlich habe es auch mal einen Streit gegeben. Das gehöre schließlich dazu. „Aber nie ist einer gleich ausgezogen“, schmunzelt der rüstige 85-Jährige. Seine Frau schaut ihn liebevoll an: „Wir ergänzen uns. Keiner kann ohne den anderen sein.“ Noch heute – und Hans-Jürgen Berg drückt ganz zart die Hand seiner Frau – schlafen beide Hand in Hand ein. Wenn einer mal nicht da sei, fehle einfach etwas. Bei der goldenen Hochzeit hat das Ehepaar nochmals mit einer kirchlichen Zeremonie seine Liebe bestätigt. „Danach ging es in die Flitterwochen“, schmunzelt Berg. Ihre diamantene Hochzeit wollen sie morgen, am 5. Juni, mit der Familie in der Alsterschleuse in Tangstedt feiern.

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